21. März 2019

AKTUELLES

Erstmals gibt es ein Buch über Professor Oskar Sommerfeld

„Denkmal” für Landl-Maler


SEIN LETZTES BILD! „Märzschnee” nannte Oskar Sommerfeld das Bild, das er an seinem Todestag, 26. April 1973, fertiggestellt hat. Von links: Autor Erwin Lauber, Sommerfelds Sohn Alexander mit Gattin Heidi und Gerhard Schrödl von der Gemeinde Hofkirchen/Tr., wo eine Siedlung zuEhren Sommerfelds benannt wurde. Das Buch ist im Trauner-Verlag erschienen und kann am Gemeindeamt Hofkirchen bestellt werden: 07734/ 2255-10, bauamt@ hofkirchen-trattnach.at

Dieses papierene „Denkmal” war überfällig, und es ist hervorragend geworden. Auf 400 Seiten und mit 235 Bildern erzählt es das 88 Jahre lange Leben eines faszinierenden Menschen im Zeichen mehrerer Zeitenwenden. „Oskar Sommerfeld war ein Philosoph, der seine Gedanken in Bildern ausgedrückt hat,” sagt Erwin Lauber (71). Der aus Hofkirchen stammende und nun in Hörsching lebende pensionierte Offizier lernte als Bub Sommerfeld kennen und war später mit ihm befreundet. In sechsjähriger Arbeit hat Lauber das Buch über den malenden Philosophen verfasst.

Oskar Sommerfeld wurde 1885 als Donauschwabe im Osten der Monarchie, in der heute zu Serbien gehörenden Vojvodina, geboren. Nach seiner Vertreibung landete der Maler und Zeichenprofessor mit seiner Familie völlig mittellos 1944 in einem Flüchtlingslager in Grieskirchen. 1945 fand Sommerfeld in Hofkirchen eine kleine Wohnung und eine zweite Heimat. „Durch seine Bilder, die er für Lebensmittel eintauschte, konnte er seine Familie über Wasser halten,” erzählt Erwin Lauber.

Er und der freundliche Künstler verbrachten viele gemeinsame Stunden, „in denen er mir mit geschlossenen Augen aus seinem Leben erzählte und seine Bilder erklärte.” Diese Gespräche hat Lauber mitgeschrieben. Sie bilden die Grundlage für sein Buch. „Sommerfeld war tief religiös und überzeugt, dass sich die Menschen selbst vernichten, wenn sie nicht an Gott glauben,” so der Autor.

Sommerfeld saugte bei seinen Spaziergängen die Landschaft im Landl auf und malte davon beeindruckende Bilder. Er war im Landl DER Maler des Landls. Den Höhepunkt seines Schaffens bildet eine programmatische Serie von sechs Bildern, die er mit 87 Jahren anfertigte und seine Lebensphilosophie widerspiegelt. Der Zyklus ist im Buch natürlich enthalten.