12. Juli 2020

AKTUELLES

In Oberösterreich leben noch 21 Arten, die Hälfte davon im Naturpark Obst-Hügel-Land

Fledermäuse sind vom Aussterben bedroht


Die Zoologin Mag. Isabel Schmotzer aus Pichl bei Wels studiert unter anderen die vom Aussterben bedrohten Bechsteinfledermäuse.

Weltweit kennt man etwa 1.000 Fledermausarten, die auf nahezu allen Kontinenten leben und sind wichtige Akteure im Ökosystem sind: Sie fressen schädliche Insekten, bestäuben Pflanzen, verbreiten Samen und bringen Nährstoffe in Böden ein. Doch die faszinierenden Säugetiere haben - aus der Sicht des Menschen - auch eine dunkle Seite: Sie sind Wirte für viele potenziell gefährliche Viren. So gehen Ebola-Ausbrüche, SARS, MERS und auch die aktuelle Corona-Pandemie auf Fledermausviren zurück.
Weil der Mensch die Lebensräume der Wildtiere immer mehr einschränkt, bringt er sich selbst in (Viren-)Gefahr und die Natur aus dem Gleichgewicht. Dann geht es Pflanzen und Tieren an den Kragen. Auch in Oberösterreich wird es für viele heimische Arten knapp.
„21 Fledermausarten sind in Oberösterrreich noch nachgewiesen,“ weiß Mag. Isabel Schmotzer aus Pichl bei Wels. Die 42-jährige Zoologin von der Koordinationsstelle für Fledermausschutz und -forschung kennt diese geschützten Tiere bestens. Seit 2008 ist sie ihnen auf der Spur. Die meisten  leben noch im Naturpark Obst-Hügel-Land, im Machland und im Nationalpark Kalkalpen.
Fledermäuse ziehen sich tagsüber in (Baum-)Höhlen, Felsspalten, Dachböden, Nischen und Ruinen zurück, nachts gehen sie auf Insektenjagd. Intensive Landwirtschaft und Verbauung zerstören ihr Lebensraum in unseren Breiten nachhaltig. Die „Flattermänner“, die bis zu 30 Jahre alt werden, finden weniger Nahrung und nur noch schwer geeignete Behausungen.
Erste Konsequenz davon ist, „dass sie weniger Nachwuchs bekommen,“ erzählt Isabel Schmotzer. Sie bestückt die Tiere teilweise für einige Tage mit Peilsendern, um ihre Jagdgebiete kennen zu lernen. Das ist kein leichtes Unterfangen, denn die wendigen Flieger hören sehr gut und horchen die Tricks der Forscher mit den Fangnetzen aus.
Spannende Einblicke in das Leben der Fledermäuse bietet die „Bat-Night“ als Naturschauspielveranstaltung unter der Führung der Naturvermittlerin und Fledermaus-Expertin Julia Kropfberger in St. Marienkirchen an der Polsenz. Für interessierte Gruppen gibt es individuelle Termine inklusive Forscher-Jause. Informationen unter: www.naturschauspiel.at oder 07249/47112-25.