17. Oktober 2019

LANDLER/IN DES MONATS

Fabian Saloschnig


Hätte man Fabian Saloschnig vor einigen Jahren gefragt, wo er mit 19 Jahren sein würde, hätter er sicher nicht geantwortet „im Altenheim“. Doch er hat es noch nie bereut, sich für den Zivildienst im Gallspacher Marienheim der Franziskanerinnen Vöcklabruck entschieden zu haben. Und für das Heimpersonal ist der junge Mann aus Pollham eine höchst willkommene Verstärkung. Von September bis Mai war er in der Wohnküche im 2. Stock dafür verantwortlich, die Heimbewohner täglich mit Frühstück, Mittag- und Abendessen zu versorgen und, wenn notwendig, beim Essen zu helfen. Neben dem Servieren und Abservieren gehörten auch das Abwaschen und die Ordnung in der Wohnküche zu seinen Pflichten. Und weil ihm diese Arbeit so viel Freude bereitet, hängt Fabian im Juni und Juli zwei Monate als Ferialpraktiikant an.
„Das schätzen wir sehr,“ freut man sich im Marienheim über Fabians freiwillige Dienstverlängerung. Betreuer und Bewohner haben ihn ins Herz geschlossen. Alle schätzen seine angenehme Art und seine Engelsgeduld, die ihn nie aus der Ruhe bringt. Es passiert ihm täglich, dass er von Bewohnerinnen verwechselt wird, oft ist er der geliebte Bruder, der Sohn oder auch der Ehemann für sie. Er bekam dadurch auch verschiedene Vornamen wie Günther, Franzi, Herbert und viele mehr. Manche Bewohnerinnen kommen mit ihren Anliegen bevorzugt zu Fabian, ja manche Dinge darf nur er erledigen. Und er schafft es auch einfühlsam, desorientierte Senioren, die heimgehen wollen, zum Bleiben zu überreden.
Das Marienheim mit seinen offenen Pflegestützpunkten und Therapieräumen ist derzeit mit 87 Bewohnern in ebensovielen Einzelzimmern ausgebucht. Das Betreuungspersonal nimmt neue Zivildiener mit offenen Armen auf. Doch die Bewerber sind eine Seltenheit geworden. Für das Personal und die Bewohner wird der Abschied von Fabian ein trauriger Tag. „Es war uns eine Ehre, dich kennen zu lernen, wir sagen dir Danke und wünschen dir das Allerbeste,“ so die Kollegenschaft. Fabian will Volksschullehrer werden. Die Kinder, die er einmal unterrichten wird, dürfen sich auf ihn freuen.