23. Februar 2012

GESUNDHEIT

KOLUMNE von Mag. Wolfgang Rizy, Dreifaltigkeitsapotheke Grieskirchen

Fieber - wenn sich unser Körper wehrt!


Eines der ersten untrüglichen Zeichen, dass mit uns irgendetwas nicht stimmt, ist eine deutlich erhöhte Körpertemperatur. Diese ist keine Krankheit an sich, sondern immer eine Begleiterscheinung der Abwehr-Reaktion unseres Organismus auf eingedrungene Erreger. Sind wir gesund, bewegt sich unsere Körpertemperatur in etwa zwischen 36 und 37,8 Grad Celsius. Wird dieser Wert überschritten (37,9 - 41 ° C), spricht man von Fieber.

Unser Körper sorgt also für einen Temperaturanstieg, aber wie? Dazu reduziert er beispielsweise die Durchblutung der Haut, die dann weniger Wärme an die Umgebung abgibt und auskühlt. Die Folge ist ein subjektives Kältegefühl, das uns auch in warmen Räumen frieren lässt. Darüber hinaus kann es sein, dass unser Organismus die Wärmeproduktion durch Zittern, dem sogenannten Schüttelfrost, erhöht. Dies geschieht so lange, bis die zur Abwehr erforderliche Temperatur erreicht ist. Sinkt das Fieber wieder, passiert das Gegenteil. Es kommt zu einer verstärkten Hautdurchblutung, zum bekannten Hitzegefühl und man beginnt zu schwitzen. Leider sind das nicht die einzigen Fieber-Symptome. In weiterer Folge erhöht sich die Herzfrequenz und der Energieumsatz steigt, was wiederum zu Abgeschlagenheit, Glieder- und Kopfschmerzen führt.

Doch nun zu den positiven Eigenschaften des Fiebers: Die erhöhte Temperatur hemmt die Vermehrung der gefährlichen Erreger und tötet einige sogar ab. Ebenso sinkt die Plasmakonzentration der Metalle Eisen, Zink und Kupfer, die für eine Vermehrung der Bakterien wichtig sind. Auch virusgeschädigte Zellen werden durch das Fieber zerstört, wodurch die Virusvermehrung entscheidend behindert wird.

So unangenehm Fieber für uns ist, so wichtig ist es als körpereigenes Verteidigungssystem. Daher sollte man Antifiebermittel eigentlich nur dann einsetzen, wenn Fieberkrämpfe zu befürchten sind (ab 38,5 ° C).

So umfangreich wie die Möglichkeiten, unsere Körpertemperatur zu ermitteln, so unterschiedlich sind auch die zu erwartenden Ergebnisse. Je nach verwendetem Thermometer und der Stelle der Messung können hier Unterschiede bis zu 0,5 Grad oder mehr auftreten. Besonders bei Säuglingen und Kleinkindern bis 4 Jahren empfiehlt sich die rektale Messung, also im After. Nur hier und sublingual (unter der Zunge, bei geschlossenem Mund) entspricht das Ergebnis der tatsächlichen Körperkerntemperatur, wobei die sublinguale Messung noch etwa 0,3 Grad niedriger ist. Bei der axillaren Messung (unter den Achseln) bzw. inguinal (im Leistenbereich) wird praktisch nur die Schalentemperatur ermittelt, bei der zumindest 0,5 Grad hinzuzuzählen sind. Neben der selteneren vaginalen Temperaturbestimmung gibt es eine weitere Messmethode, die immer beliebter wird: die Infrarotmessung im Ohr. Hier misst man mit einem elektronischen Thermometer die Temperatur des Trommelfells. So schnell und genau dies prinzipiell auch ist, so leicht können sich hier Messfehler durch eine falsche Bedienung oder die Verlegung des Gehörgangs durch Ohrenschmalz einschleichen.