23. Februar 2012

AKTUELLES

Drei Gemeinden unter einer Verwaltung: Es wird ernst, „aber fix ist noch nix!"

800.000 Euro winken

Seit mehr als zwei Jahren wird darüber diskutiert, 2013 soll sie Wirklichkeit sein: Die gemeinsame Gemeindeverwaltung für die 5.600 Bewohner von Peuerbach, Bruck-Waasen und Steegen. Vom Land gäbe es dafür ein 800.000-Euro-Zuckerl. „Fix ist aber noch nix,” sagt Steegens Bürgermeister Herbert Lehner.


In Oberösterreich gibt es derzeit elf Verwaltungsgemeinschaften von 27 Gemeinden. Gelingt es, Peuerbach, Bruck-Waasen und Steegen unter einem bürokratischen Dach zu vereinen, wäre das der bisher größte Coup dieser Art. 5.600 Einwohner wären davon betroffen. „Ich höre zu diesen Plänen aus der Bevölkerung nur positive Reaktionen,” ist Peuerbachs Bürgermeister Wolfgang Oberlehner zuversichtlich, „dass 2013 die Kooperation beginnt.”

Die Voraussetzungen stehen günstig, sind doch schon jetzt die Gemeindeämter von Peuerbach und Bruck-Waasen an der gleichen Adresse, Peuerbach, Rathausplatz 1, angesiedelt. Steegens Amtshaus ist davon 300 m entfernt. Künftig sollen alle drei Ämter am Rathausplatz verschmelzen. Mit einer Bürgerservicestelle im Erdgeschoss als Anlaufstelle für alle drei Gemeinden. Platz sei in dem Gebäude genug vorhanden, es müsste nur in Mobiliar investiert werden, so Oberlehner.

Bruck-Waasens Ortschef Peter Sattlberger sieht in der Verwaltungsverflechtung ebenfalls viele Vorteile für alle Seiten. Ein praktisches Beispiel: „Ein Bürger gibt ein Wohnungsansuchen ab, das für alle drei Gemeinden gilt. Wo eine Wohnung frei wird, kommt er zum Zug,” so Sattlberger, der den Erfolg einer Zusammenlegung von den Mitarbeitern abhängig macht. „Die müssen an ihrer Umsetzung mit Freude mitmachen.” Einen Stellenabbau werde es nicht geben. Einschränkungen seien aber bei Nachbesetzungen denkbar, so Sattlberger.

Auf der Euphoriebremse steht Steegens Bürgermeister Herbert Lehner. „Fix ist noch gar nix,” sagt er klipp und klar. „Wir haben mit 134.- Euro pro Kopf und Jahr eine der billigsten Verwaltungen überhaupt. Der künftige Kostenaufteilungsschlüssel muss daher sicherstellen, dass es für uns auf keinen Fall teurer wird.” Lehner kann sich auch eine Volksbefragung vorstellen.

Finden die drei Gemeinden unter einem Dach zusammen, sparen sie sich vier Jahre lang 70 Prozent der Landesumlage. Das sind insgesamt 800.000 Euro, 350.000 für Bruck-Waasen, 300.000 für Peuerbach, 150.000 für Steegen.

Peuerbach

Die Stadt Peuerbach zählt 2.138 Einwohner und ist mit 11 km2 flächenmäßig die kleinste Kommune des Gemeindedreiecks. 2010 machte Peuerbach bei Gesamtausgaben von 8,88 Millionen Euro ein Minus von 508.000 Euro. Trotzdem steht die Gemeinde finanziell relativ gut da. Mit einer Pro-Kopf-Verschuldung von 879 Euro (Stand Ende 2010) liegt Peuerbach unter den 444 Gemeinden in Oberösterreich an 389. Stelle. Im Bezirk Grieskirchen belegt man unter den 34 Gemeinden Schuldenrang Nummer 29. Nur fünf Gemeinden im Bezirk sind geringer verschuldet. Dazu gehören Bruck-Waasen und Steegen.

Bruck-Waasen

Mit 2.344 Einwohnern und 28 km2 Fläche ist Bruck-Waasen die größte Gemeinde des Triumvirats. Sie kann auch als einzige des Trios sein Budget ausgeglichen gestalten. 2010 bleib bei Gesamtausgaben von 4,5 Millionen Euro sogar ein positiver Saldo von 87.572 Euro. Die Gesamtschulden pro Kopf (Ende 2010) betragen 263 Euro, damit liegt man oberösterreichweit auf Platz 428. In der Schuldenrangliste im Bezirk nimmt man die 32. Stelle ein. Bgm. Sattlberger: „Die finanzielle Autonomie bleibt bei einer Kooperation erhalten.”

 

Steegen

Steegen zählt mit den Nebenwohnsitzen 1.130 Einwohner und erstreckt sich über 13 km2. Bei Gesamtausgaben von 1,6 Millionen Euro verbuchte man 2010 einen Abgang von 73.931 Euro. 132 Euro Schulden pro Kopf bedeuten Platz 439 in Oberösterreich. Nur fünf Gemeinden stehen hier besser da. Im Bezirk belegt man Schuldenrang 34, das heißt, alle anderen Grieskirchner Gemeinden haben mehr Schulden. Aus dieser Position heraus sagt Bgm. Lehner: „Bei einer Kooperation müsste die Kostenaufteilung wirklich passen. Wenn wir uns nichts sparen, würden wir uns verkaufen.”