TIERE
KOLUMNE von Dr. Peter Kollmann
Bedürfnisse der Goldhamster

Dr. Peter Kollmann, Gaspoltshofen, Tel. 07735/6943
Weltweit werden Goldhamster als Heimtiere gehalten. Wie aber hält man Goldis artgerecht? Es sind nachtaktive Tiere, die als Einzelgänger in tiefen Höhlen mit Vorratskammern leben und nur zur Paarungszeit Kontakt zu Artgenossen aufnehmen. Hamster werden meist in diversen Käfigen, Terrarien und Vivarien untergebracht. Ihre Behausungen sollten mit Einstreu, Heu, Zweigen und Unterschlupf ausgestattet werden.
Alle Hamster, die ein Laufrad zur Verfügung haben, nutzen es und steigern durch die viele Bewegung ihr Wohlbefinden. Dadurch wird das stereotype Gitternagen und Klettern vermieden. Ein stereotypes Verhalten gilt als ein Anzeichen für schlechte Haltungsbedingungen. Wichtig ist in diesem Zusammenhang aber die Bauweise des Laufrades. Ein gutes Rad sollte einen Durchmesser von 30 cm haben und die Lauffläche aus geeignetem Lochblech bestehen.
Natürliche Hamsterbaue liegen im Schnitt mehr als einen halben Meter unter der Erde. In Käfigen können Hamster meist nur sehr eingeschränkt graben, was ihr Wohlbefinden negativ beeinträchtigen kann. Beim Einrichten der Behausung sollte deshalb nach Möglichkeit eine hohe Schicht an Einstreu (10 - 80 cm Hobelspäne) einbringen. Spitze Holzpartikel können beim Graben und Wühlen die Füße des Hamsters verletzen. Entzündungen bis zum Absterben der Zehen sind die Folge. Lackreste in den Spänen führen zu Vergiftungen… Einer weichen, saugfähigen Kleintierstreu ist der Vorzug zu geben. Watte aus dem Hygienebereich kann sehr reißfeste Schnüre bilden, die sich um die Pfötchen wickeln und diese abschnüren könnten. Handelsübliche Hamsternester, unparfümierte Papiertaschentücher oder weiche Stoffflecken sind gemütlicher.
Goldhamster, die eine tiefe Einstreu im Käfig haben, sind zwar seltener an der Oberfläche anzutreffen, laufen weniger im Laufrad, fühlen sich aber wohler und nagen weniger am Gitter. Da Gitternagen als Anzeichen für eine unzulängliche Haltung angesehen wird, kann man die Haltung in Käfigen mit tiefer Einstreu als tiergerechter beurteilen als die Haltung in 10 cm Einstreu. Für den Käfig gilt: je größer desto besser!
Besonders wichtig für das Wohlbefinden des Hausgenossen ist die richtige Ernährung. Je natürlicher die Futtermittel sind, umso weniger Verdauungsprobleme wird es geben. Fertigfuttermischungen mit Vitaminen und Mineralien sind viele auf dem Markt: grob oder pelletiert, trocken oder angefeuchtet… Grundsätzlich haben wir es mit einem Nagetier zu tun. Das bedeutet, der Hamster muss viel zum Knabbern haben, damit sich die Nagezähne, die ständig wachsen, sich auch ständig abnutzen. Zweige, Sepiaschalen, gutes Heu (nicht in Plasticksäcken lagern - Pilzgefahr!), Grün- und Frischfutter, möglichst keine Pellets gehören zum täglichen Futterangebot in den Käfig.
Des Hamsters Verlangen nach Eiweiß wird in Form von Mehlwürmern oder Faschiertem zugeführt; er mag aber auch Milchprodukte wie Topfen oder Joghurt; aber Vorsicht - auf zuviel Fett bekommt er Durchfall. Verderbliches Frischfutter sollte täglich aus dem Käfig entfernt werden. Die Körnchen im Vorratsabteil können ruhig belassen werden.

