TIERE
Beim Futter konsequent sein

Dr. Peter Kollmann, Gaspoltshofen, Tel. 07735/6943
Nachdem ich mich in der Mai-Ausgabe mit den häufigsten Verhaltensfehlern bei der Ernährung von Hund und Katze befasst habe, geht es diesmal um das Futter selbst. Ein gravierender Fehler bei der Futterzusammensetzung ist das Nichteinhalten der Normen für den Energie-, Nährstoff- und Wirkstoffbedarf. Es ist verkehrt, sich nach dem vermutlichen Geschmack der Tiere zu richten und die Ablehnung bestimmter Nährstoffträger oder Futtermittel zu dulden. Besonders Katzen neigen dazu, einzelne Futtermittel zu bevorzugen und andere konsequent abzulehnen, aber auch bei Hunden kommt dies vor. Das geht soweit, dass Tiere nur noch ganz bestimmte Fleischsorten in spezieller Zubereitungsform akzeptieren und andere aussortieren oder verächtlich stehen lassen. Hier muss sich der Tierbesitzer durchsetzen, muss konsequent bleiben und darf nicht befürchten, dass Tiere , deren Vorfahren in freier Wildbahn bis zu 60 Tagen ohne Beute unbeschadet auskommen konnten, schon nach 1-3 Tagen selbst auferlegter Nahrungskarenz verhungern.
Aus dem Bestreben zahlreicher Hunde- und Katzenhalter, ihre Tiere möglichst vielseitig und abwechslungsreich zu füttern, resultiert eine unausgeglichene Ernährung mit eventuell täglichem, den Verdauungsapparat belastenden Futterwechsel. Eine unausgeglichene Ernährung führt zu Mangelerscheinungen oder -erkrankungen, eine Überversorgung zur Überfütterung oder zur Vergiftung. Normgerechte Nahrung kann ein Leben lang in gleicher Zusammensetzung gegeben werden.
Heute kommt es recht oft zur Überernährung. Das häufigste Resultat der Überfütterung ist eine zu große Ansammlung von Körperfett, die unmittelbar oder langfristig zu einer Beeinträchtigung oder Störung von Körperfunktionen führt. Die Ursache der Fettsucht ist, abgesehen von krankhaften Zuständen, eindeutig ein Zuviel an Nahrung und ein Zuwenig an Bewegung. Da Fettsucht die Lebensdauer verkürzt, Kreislauf-, Gelenksschäden und vieles mehr verursacht, sollte man sie als weithin sichtbare Fehlleistung des Menschen bei der Ernährung seines Tieres vermeiden. Weitere Fehler: falsche und übermäßige Knochenfütterung, Verabreichung zu großer Futterbrocken an Hunde, übermäßige Fleischfütterung, Vitamin-A-Überdosierung der Katze…
Ein wirksamer Schutz der Tiere vor einer Nahrungsmittelvergiftung besteht in einer scharfen Kontrolle jeglicher Nahrungsaufnahme und in der Verabreichung nur normgerechter, frischer und nicht verdorbener Nahrung. Fäulnis- und Botulismuserreger sowie Keime, die Fleisch, Innereien, Fisch und Wurst befallen, bilden Gifte, die schwere Verdauungsstörungen oder Nervenlähmungen auslösen. Zu Nahrungsmittelvergiftungen kann man auch vergiftete Köder oder vergiftete Schadnager und die Aufnahme giftiger Stoffwechselprodukte eiweißzersetzender Bakterien zählen. Bei berechtigtem Verdacht sollten sie schnell einen Tierarzt aufsuchen.
Der sicherste Schutz vor Infektionserregern wie etwa Salmonellen, die über Futterfleisch unsere kleinen Haustiere infizieren können, ist das Sterilisieren oder gründliche Abkochen von Schlachtabfällen, Innereien bzw. das Vermeiden dieser Futterkomponenten. Schweinefleisch und Futterfleisch jeglicher Herkunft sollten auf keinen fall roh verfüttert werden.

