22. Mai 2012

LANDLER/IN DES MONATS

Hubert Grabmayr


Hubert Grabmayr

Für heutige Verhältnisse ist seine Karriere eigentlich ungewöhnlich: Grabmayr hat nämlich sein ganzes Berufsleben bei einem einzigen Dienstgeber verbracht, der Lagerhausgenossenschaft Eferding. 1970 schloss er die Lehre zum Bürokaufmann ab, dann lernte er das Unternehmen von der Pike auf kennen. „Ich hab in jeder Abteilung und in jeder Filiale gearbeitet”, erzählt er. Im Agrarbereich, bei den Baustoffen, „und wenn es sein musste, hab ich auch die Waggons ausgeladen.”

Ehrgeiz und Geduld sind für den verheirateten Vater eines Sohnes Voraussetzungen für Erfolg. Er belegte parallel zum Job Kurs um Kurs: Bilanzbuchhalter, Personalführung, Controlling. 1982 wurde Grabmayr zum Leiter des Rechnungswesens befördert. Da fühlte sich der Zahlenfuchs durchaus wohl („Buchhaltung war schon in der Schule mein Lieblingsfach!”). Mit weiteren Karriereschritten war es vorerst vorbei. „Ich habe geglaubt, es geht sich auch altersmäßig nicht mehr aus”, bekennt er.

Denkste! 2005 ging der Geschäftsführer in Pension, Grabmayr bewarb sich um den Posten - und wurde prompt bestellt.

Der frisch gebackene Chef entfaltete gleich eine rege Bautätigkeit und sorgte gleichzeitig dafür, dass Eferding die Lagerhausgenossenschaft mit dem mit Abstand höchsten Eigenkapital wurde.

Fad dürfte dem genauen Rechner auch in den nächsten Jahren nicht werden. Ständiges Hinterfragen und das Suchen nach Verbesserungen bestimmen seine Arbeitsweise. Eiserne Disziplin hat Grabmayr im Blut. „Wenn es ein Problem gibt, dann darf man nicht wegschauen, sondern muss selber Hand anlegen.”

In seiner Freizeit beweist der 55-jährige beim Wandern und auf dem Trekkingbike Kondition. Auf seinen Touren durchs Landl begleiten ihn seine Frau oder Freunde. Wie es sich für einen richtigen Eferdinger gehört, zieht er auch ein bisschen Gemüse. Gern begibt sich Hubert auch unter die Hubertusjünger. Doch oft kommt er nicht mehr dazu, am Hochstand zu sitzen. „Dabei ist es so herrlich, wenn morgens die Vogelschar erwacht und aus einer Stimme nach und nach ein ganzer Chor wird.”