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Entführung droht
Eines der wohl schwersten Erdbeben in der Geschichte Amerikas hat am 12. Jänner in Haiti mehr als 250.000 Tote gefordert, etwa 300.000 Menschen wurden verletzt und 1,2 Millionen obdachlos. Knapp fünf Monate danach herrscht in dem Inselstaat noch immer das Chaos. Das berichtet Dr. Sigrid Lamberg aus Hartkirchen per E-Mail in die Heimat. Die 32-jährige Betriebswirtin und Soziologin flog am 5. Mai nach Haiti, um drei Monate für die Hilfsorganisation „Ärzte ohne Grenzen” zu arbeiten.
Sigrid Lamberg spricht Spanisch, Englisch und Französisch und absolvierte schon während ihres Studiums einen Auslandsaufenthalt in Mittelamerika. Damals studierte die Hartkirchnerin die kleinstrukturierte Landwirtschaft in Nicaragua.
Bei ihrem Einsatz in Haiti arbeitet die sozial engagierte Landlerin für „Ärzte ohne Grenzen” als Administratorin beim Bau eines Krankenhauses 25 km von der Hauptstadt Port-au-Prince entfernt. In ihren ersten Meldungen aus der Karibik beschreibt Lamberg, die in einer Zeltstadt wohnt, „chaotische Zustände. Ich arbeite rund um die Uhr”. Erschwert wird der Hilfseinsatz durch Dauerregen und die Gefahr von Entführungen zur Erpressung von Geld. Obwohl die Oberösterreicherin nur wenige Gehminuten bis zur Spitalsbaustelle hat, wird sie aus Sicherheitsgründen von Soldaten in Panzerwagen gefahren.

