22. Mai 2012

AKTUELLES

Weil öffentliches Verkehrsnetz schlecht ist

Das Landl hat die größte Autodichte

Je schlechter das öffentliche Verkehrsnetz, desto höher der Motorisierungsgrad. Nicht zuletzt deshalb hat das Landl die höchste Autodichte Oberösterreichs. Spitzenreiter ist der Bezirk Eferding, wo 603 von 1.000 Bewohnern einen PKW haben, dicht gefolgt von Grieskirchen mit 596 Autobesitzern unter 1.000 Bewohnern.

In Eferding und Grieskirchen ist die Autodichte etwa doppelt so groß wie in Linz. Anders gesagt: Während die Bewohner der Landeshauptstadt meistens Bus, Bahn oder Straßenbahn vor der Nase haben, sind die Landler auch schon bei kleinen Erledigungen meist auf einen eigenen motorisierten Untersatz angewiesen. Ganz abgesehen von den vielen Pendlern, die das Auto täglich zur Fahrt zum Arbeitsplatz brauchen.

Eferding ist jener oberösterreichische Bezirk, wo es pro Einwohner die meisten Autos gibt, wie eine aktuelle Untersuchung des Verkehrsclubs Österreich (VCÖ) zeigt (siehe Tabelle Seite 3). 603 von 1.000 Eferdingern nennen ein Automobil ihr Eigen. In Wels-Land liegt diese Vergleichszahl bei 601, Platz drei geht schon an Grieskirchen mit 596 Autobesitzern unter 1.000 Bewohnern. Dagegen nimmt sich der Motorisierungsgrad in den Städten Linz (500 Pkw/1.000 Einwohner), Steyr (513) und Wels (541) fast bescheiden aus. Österreichweit hat der Wiener Bezirk Fünfhaus mit 308 Pkw/1.000 Einwohner die geringste Autodichte. Außerhalb Wiens bringt es die Stadt Innsbruck auf die niedrigste Auto-Einwohner-Relation (441). Die größte Abhängigkeit vom Auto besteht im NÖ-Bezirk Waidhofen/Thaya (637).

„Die Unterschiede beim Pkw-Besitz sind in Oberösterreich regional sehr verschieden,” fasst VCÖ-Experte DI Martin Blum die Erhebung zusammen. Der Bezirk Schärding (572) trifft ziemlich genau den landesweiten Schnitt, der bei 573 Autos pro 1.000 Einwohnern und deutlich unter dem Landl-Schnitt liegt.

Der hohe Motorisierungsgrad in den Landl-Bezirken könnte angesichts der steigenden Öl- und Benzinpreise in den kommenden Jahren zur finanziellen Falle werden. Auch die aktuell in Diskussion stehende Erhöhung der Mineralölsteuer würde die Bewohner im Landl finanziell überproportional treffen. Der VCÖ setzt sich daher für ein dichteres öffentliches Verkehrsnetz ein. „In den ländlichen Regionen sind mehr Bahn- und Busverbindungen wichtig. Außerdem braucht es eine Raumordnung der kurzen Wege,” sagt Martin Blum: „Siedlungen abseits der Ortszentren und Einkaufszentren auf der grünen Wiese erhöhen die Abhängigkeit vom Auto.” Einen wichtigen Schritt in die richtige Richtung hat gerade die Gemeinde St. Agatha gemacht. Einen Bericht dazu lesen Sie auf der Seite 24.