TIERE
KOLUMNE „Tierarzt"
Ernährungsfehler bei Hund und Katze

Dr. Peter Kollmann, Gaspoltshofen, Tel. 07735/6943
Eine richtige, bedarfsgerechte und ausbilanzierte Fütterung ist Grundvoraussetzung für Gesundheit und Leistungsfähigkeit unserer Haustiere. Wird der Bedarf an Energie, Nährstoffen und Wirkstoffen unter- oder überschritten, die Futterqualität nicht eingehalten, kann man von einer „Fehlernährung“ sprechen. Die Auswirkungen müssen nicht sofort und unmittelbar als Erkrankung sichtbar werden. Sie können Wachstum und Entwicklung stören, die Leistungsfähigkeit herabsetzen und mehr oder weniger klinisch sichtbare Krankheiten auslösen bzw. ihre Entstehung durch Verminderung der allgemeinen Widerstandskraft des Organismus begünstigen. Dabei sind die Zusammenhänge für den Hunde- und Katzenhalter mitunter schwer zu erkennen, weil zwischen der falschen Ernährung und dem Ausbruch einer Erkrankung häufiger lange als kurze Zeiträume liegen.
Die häufigsten Missstände sind: Fehler bei der Fütterungshygiene und bei der Futterzusammensetzung, Nahrungsmittelvergiftungen, Übertragung von Krankheiten durch Nahrungsmittel.
Mangelhafte Konsequenz ist der häufigste Fehler bei der Ernährung von Hund und Katze. Unsere Haustiere benötigen feststehende und auf 15 bis 20 Minuten begrenzte Fütterungszeiten. Sie sind abhängig von der altersbedingten Fütterungshäufigkeit so festzulegen, dass sie immer ein- und auch durchgehalten werden können. Unregelmäßigkeiten bei der Fütterung, zu langes Stehenlassen der Nahrung und die Gabe von Leckerbissen zwischen den Mahlzeiten führen zum Betteln sowie zur hastigen oder zur unlustigen Nahrungsaufnahme. Verweigern Hunde und Katzen bei sonst guter Gesundheit das bedarfsgerecht bereitete Futter oder nehmen sie es - immer nach etwas anderem Ausschau haltend - nur unwillig auf, dann haben eindeutig wir Menschen daran Schuld. Hier gilt der alte Spruch „Esser werden geboren, Fresser erzogen!“ Konsequente Erziehung zum richtigen Nahrungsverhalten ist das A und O der Ernährung.
Ein häufiger technischer Fehler ist die Verabreichung von zu kaltem( frisch aus dem Kühlschrank) oder zu heißem (frisch vom Herd) Futter. Alles was wir unseren Tieren anbieten, sollte Körpertemperatur, also etwa 38° C haben. Weiters ist es verkehrt, angesäuerte, verschimmelte oder angefaulte Nahrung zu geben.
In diesem Zusammenhang sind noch zwei weitere Fehler erwähnen: das Stören der erforderlichen Fütterungsruhe und das Stehenlassen von Futterresten in der Futterschüssel. Unsere kleinen Haustiere benötigen zur Nahrungsaufnahme Ruhe, oder anders ausgedrückt, keine Ablenkung. Nach dem Hinstellen des Futters sollten sie am besten allein gelassen werde. Alles, was nach 15 bis 20 Minuten nicht aufgenommen wurde, müssen wir beseitigen, da Futterreste sehr schnell „ansäuern“. Auch sauber geleckte Futterschüsseln müssen gründlich gereinigt und desinfiziert werden. Dasselbe gilt für die Trinkgefäße. Da frisches Wasser immer zur Verfügung stehen muss, ist es zweckmäßig, zwei Trinkgefäße im täglichen Wechsel zu verwenden.
In der Juni-Ausgabe vom „Landl” lesen Sie, worauf man bei der Zusammensetzung des Futters achten soll.

