22. Mai 2012

LANDLER/IN DES MONATS

Mag. Billa und Manfred Hebenstreit


Der Kometor ist gelandet. Mit ihm schlägt der „Stadt der Sterne”, wie sich Peuerbach als Geburtsort des Astronomen und Mathematikers Georg von Peuerbach (1423 - 1461) gerne nennt, eine Sternstunde. Als Begleitprogramm zur Landesausstellung im Schloss Parz bietet das zweistöckige Fünfeck mit einer 36 Meter hohen Kompassnadel im Peuerbacher Schlosspark einen Besuchermagnet. 1,45 Millionen Euro wurden in den „Himmelskörper” investiert, der der Gedankenwelt von Manfred Hebenstreit entsprungen ist. Der Besucher kann darin in die farbenfrohe „Wasserwelt” des studierten Malers eintauchen und in den acht Meter hohen „Sternendom” abheben. „Ein Werk, das über Jahrhunderte andauern wird,” frohlockt Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer.

Der Spiritus rector sieht das viel bescheidener. „Ich bin dankbar, dass man uns die Möglichkeit gegeben hat, dieses Projekt zu realisieren,” sagt Manfred Hebenstreit, der um ein Haar die Fertigstellung seines Kunstwerkes nicht erlebt hätte. „Ich bin am 13. Jänner bei Reinigungsarbeiten im Kometor 4,70 m im freien Fall abgestürzt, aber mein Innviertler Kopf hat dem Absturz standgehalten. Seither trage ich allerdings einen Kinnbart,” erzählt der gebürtige Altheimer. Die Schrammen am Kinn sind verschmerzbar. „Der Arzt hat gemeint, Manfred sollte eine Wallfahrt machen, weil alles so glimpflich ausgegangen ist,” pflichtet Billa ihrem Gatten bei. Die studierte Werbe- und Modegrafikerin stammt aus Bayern und ist auch Expertin für Textilgestaltung und Design. Sie ist Spezialistin für Farben. Kein Nachteil, wenn man mit einem Maler verheiratet ist. Billa ist vor allem für die erklärenden Texte und die filmische Aufbereitung des Kometors verantwortlich.

Kennengelernt haben sich Billa und Manfred 1980 in München, wo der Oberösterreicher in den Ferien jobbte. 1982 wurde geheiratet, 2000 kam Sohn Jonas zur Welt. „Ein spätes Geschenk,” freut sich Billa, die ihren Mann jahrelang rund um den Globus begleitete. Die Erfahrung von Arbeitsaufenthalten in Italien, Spanien, Frankreich, Kalifornien und Australien hat das Duo im Kometor einfließen lassen. Er steht als Symbol für ständige Weiterentwicklung, so wie sie Billa und Manfred vorleben.