22. Mai 2012

GESUNDHEIT

KOLUMNE „Gesund bleiben"

Trinken, aber richtig …


Mag. Wolfgang Rizy, Dreifaltigkeitsapotheke Grieskirchen

„Trinken, nur um den Durst zu stillen, ist ebenso falsch, wie Essen weil man hungrig ist.“ (Prof. Hans Holdhaus)

 

Allein die Tatsache, dass der menschliche Körper zu rund 2/3 aus Wasser besteht, weist auf die Wichtigkeit des Wasserhaushaltes hin. Durch körperliche Belastungen kommt es sehr rasch zu teilweise hohen Flüssigkeitsverlusten. Untrainierte Personen können pro Stunde etwa 0,8l Schweiß produzieren. Sportler hingegen bis zu 2-3 Liter. Pro Liter Schweiß gehen ca. 3 g Mineralstoffe verloren. Dadurch gehen dem Körper auch wichtige Mineralstoffe verloren, besonders Natrium, Kalium, Calcium und Magnesium. Diese müssen, da sie in verschiedenen Formen (Schweiß, Harn usw.) ausgeschieden werden, laufend durch die Nahrung ersetzt werden. Die Bilanz muss durch feste Nahrung bzw. durch eine entsprechende Flüssigkeitszufuhr („Elektrolytgetränke“) ausgeglichen werden.

Wie sich dieser Flüssigkeitsverlust auf den Körper auswirken kann, zeigen wissenschaftliche Untersuchungen: Bei einem Schweißverlust von nur 2% des Körpergewichtes ist eine Leistungseinbuße von 20% zu erwarten. Wasserverluste von mehr als 20% können sogar lebensbedrohlich sein.

Meist werden diese Verluste viel zu spät – erst durch Durstgefühl – erkannt. Dieses Gefühl setzt normalerweise bei einem Verlust von ca. 2% des Körpergewichtes ein. Deshalb sollte auch die Flüssigkeitszufuhr „laufend“ in kleineren Mengen erfolgen. Der Vorteil der kleineren Mengen ist eine bessere Aufnahme durch unseren Organismus. Generell kann man davon ausgehen, dass unser Körper ohne sichtliche Anstrengung durch Harn, Stuhl, Schweiß und Atmung 2 l Flüssigkeit pro Tag verliert. Diesen gilt es auf jeden Fall auszugleichen.

Zu bemerken ist noch, dass auch Temperatur und Zusammensetzung von Getränken einen Einfluss auf den Organismus haben. Kühle Getränke unterstützen die Wärmereduktion, zu kalte hingegen führen oft zu Magenverstimmungen. Auch bei kohlensäurehältigen Getränken ist Vorsicht geboten.

Eine wichtige Frage betrifft die Auswahl der Getränke. Wasser zum Beispiel ist als Ersatz nicht geeignet, da es – ohne die entsprechenden Mineralstoffe - vom Organismus nicht gebunden werden kann. Die Folge ist verstärkte Ausscheidung von Flüssigkeit über die Niere bei gleichzeitiger weiterer Ausschwemmung von Mineralstoffen. Getränke, die lediglich zum Durstlöschen geeignet sind und keinen Ersatz bei Schweißverlust bieten, sind z.B. Wasser, bedingt Mineralwasser, Früchtetee, Kräutertee, Molke, und Bier (besser alkoholfreies Bier).

Als Ersatz bei Schweißverlust sind Sportgetränke, Fruchtsäfte (am besten 1:1 verdünnt) oder Mineralstoffgetränke am besten geeignet. Diese werden sehr schnell vom Magen in den Darm weitergeleitet und so rasch und gut vom Organismus aufgenommen.

Mineralstoffgetränke sind jedoch nicht nur bei Schweißverlust geeignet, sondern auch bei Durchfall, bei dem ebenfalls nicht unbeträchtliche Mengen an Flüssigkeit dem Körper verloren gehen und mit „herkömmlichen“ Flüssigkeiten nicht ausgeglichen werden können.