SPORT
49-Jähriger aus St. Ägidi gehört in Kanada bei WM im Gehen und Crosslauf zum Favoritenkreis
Auf Schusters Rappen in die Weltklasse!
Vom Torschützenkönig zum Weltklasse-Leichtathleten: Markus Reifinger aus St. Ägidi ist ein Top-Allroundsportler. Der 49-jährige marschierte nach seiner Fußballer-Karriere auf Schusters Rappen in die Leichtathletik-Weltklasse. Er gehört diese Woche bei der Senioren-WM in Kanada im Gehen und Crosslauf zu den Favoriten.
15 Leichtathleten umfasst die österreichische Mannschaft bei den Masters-Championships der Über-35-jährigen in Kamloops, 150 Kilometer von Vancouver entfernt. Dort sind die Olympioniken abgereist wie die Leitathleten aus mehr als 80 Nationen gelandet sind. Markus Reifinger (Union IGLA long life Natternbach) ist der einzige Oberösterreicher im österreichischen Aufgebot. Am meisten gezittert hatte der 49-jährige vor der Anreise. „Ich habe große Flugangst,” gesteht der Familienvater. „Bei den Wettbewerben bin ich dann überhaupt nicht nervös. Für mich ist das wie ein Training, bei dem ich mein Bestes gebe.”
Trainiert hat Reifinger für die Senioren-WM, bei der er im 10-km-Gehen, im 8.000-m-Crosslauf und im 3.000-m-Lauf starten wird, vorbildlich. Täglich nach dem Job im Finanzamt Grieskirchen wurden die Laufschuhe geschnürt und bis zu 80 km pro Woche abgespult. Reifingers Bestzeit über 10 km Gehen liegt bei 55 Minuten. Damit lässt er mittlerweile den ehemaligen Wiener Weltklassegeher Martin Toporek locker stehen. Im Gehen hat Reifinger schon zehn Goldmedaillen bei Staatsmeisterschaften „eingefahren”.
Die Chancen Reifingers in Kamloops?. „Eine Platzierung unter den Top 5 wäre ein Traum,” so der gebürtige Natternbacher. In der Gehen-Mannschaftswertung (3 Athleten) verteidigen die Österreicher die 2009 im finnischen Lahti gewonnene Silbermedaille. „Da haben wir nur um 50 Sekunden Gold verpasst,” so Reifinger, der vom Physiotherapeuten der SV Ried-Fußballer, Peter Gebhartl, für die WM fit geknetet wurde. Reifinger selbst war bis zum 35. Lebensjahr als schneller Linksaußen der Union Natternbach ein Schrecken für die gegnerischen Verteidiger im Fußball-Unterhaus und sogar Bezirksliga-Torschützenkönig. Nach der Fußballerkarriere wechselte der Allrounder zur Leichtathletik.
Österreichs Delegationsleiter bei der Senioren-WM ist Johann Humer (52) aus Natternbach, der durch enormen Einsatz auch viele Sponsoren für die Reise auftrieb, „denn von den Landes- und Bundessportorganisationen wurden wir völlig imStich gelassen. Die älteren Sportler sind offenbar nichts mehr wert.”

