22. Mai 2012

AKTUELLES

2009: Rekordzahl von 9.362 Klienten

Schuldner stürmen Beratungsstellen

Immer mehr Landsleute finden mit ihrem Einkommen nicht mehr das Auskommen. „Die Krise ist im zweiten Halbjahr 2009 auch in der Schuldnerberatung angekommen,” schlägt Mag. Ferdinand Herndler, Geschäftsführer der OÖ-Schuldnerhilfe Alarm. Bei 4.160 Neuzugängen (+ 4,7 % gegenüber 2008) bringen es die Schuldnerhilfe und die OÖ-Schuldnerberatung mit Ende des Vorjahres auf insgesamt 9.362 Klienten. Das sind so viele wie nie zuvor.

1.433 Oberösterreicher, das sind sechs Prozent mehr als im Jahr zuvor, mussten 2009 Privatkonkurs anmelden, Tausenden war das nicht möglich, weil sie die geforderte 10-Prozent-Mindestquote im Schuldenregulierungsverfahren nicht aufbringen konnten.

Im Schnitt beträgt der Schuldenstand der Ratsuchenden etwa 75.000 Euro. „Das bedeutet aber nicht, dass die Schuldner so viel ausgegeben haben. Meist liegen die tatsächlichen Schulden bei etwa 30.000 Euro. Die restlichen 40.000 Euro setzen sich aus Zinsen und Verfahrenskosten zusammen,” rechnet Mag. Thomas Berghuber von der Schuldnerberatung vor. „Wenn man nichts dageben tut, verdoppeln sich die Schulden innerhalb von vier Jahren,” unterstreicht Herndler die Dramatik.

Die Ursache für das Finanzdesaster ist in 26 % der Fälle eine unverschuldete Verschlechterung der Einkommenssituation, etwa durch Arbeitslosigkeit oder Krankheit, bei 19 % liegt sie in mangelnder Budgetplanung und im Konsumverhalten.