22. Mai 2012

AKTUELLES

Höchste Arbeitslosigkeit trifft auch das Landl

Eferding und Grieskirchen meistern die Krise am besten

Etwa 400.000 Menschen sind derzeit in Österreich arbeitslos. Ein trauriger Rekord in der Zweiten Republik. Davon bleibt auch das Landl nicht verschont. 2009 waren beispielsweise im Jahresschnitt im Bezirk Grieskirchen 1.112 Arbeitslose vorgemerkt. Schlechter war die Situation nur 1999 mit 1.115 Arbeitslosen, 1998 (1.117 Personen ohne Arbeit) und gleich nach dem Krieg im Jahr 1946, als 1.190 Grieskirchner Arbeit suchten.

Trotz dieser dramatischen Entwicklung steht der Arbeitsmarkt in den Landl-Bezirken bundesweit noch am besten da. Eferding nimmt im Jahresvergleich 2009 mit einer durchschnittlichen Arbeitslosenquote von 3,6 Prozent Rang 1 unter allen Bezirken Österreichs ein, Grieskirchen folgt mit 4,3 Prozent gleichauf mit Linz, Perg und Traun auf Rang 4. Ried (5,5 %) liegt in dieser Wertung auf Platz 20, Schärding (6,2 %) an 33. Stelle.

Der strenge und lange Winter hat die Lage verschärft. Während im Vorjahr am Bau durchgearbeitet werden konnte, war das heuer nicht möglich. Mit Ende Februar sind im Bezirk Grieskirchen 1.701 Menschen auf Arbeitssuche. Das sind um 283 oder 20 Prozent mehr als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres. Dem stehen 232 sofort verfügbare und 268 nicht sofort verfügbare offene Stellen gegenüber.

Dass Grieskirchen mit einem blauen Auge davon kommt, führt Franz-Reinhold Forster als Leiter des Arbeitsmarktservice (AMS) Grieskirchen auch darauf zurück, „dass wir viele Familienbetriebe haben, die nicht leichtfertig ihre Mitarbeiter freisetzen.” In vielen Fällen gibt es nur befristete Freisetzungen bis zu sechs Wochen. „Ende Jänner hatten 784 Personen eine Einstellungszusage eines Unternehmens,” so Forster.

Häufig in Anspruch genommen werden Möglichkeiten wie die Altersteilzeit (für Männer ab 58 und Frauen ab 53 Jahren) oder die Bildungskarenz, bei denen AMS beziehungsweise das Land mitfinanzieren.

Sorgen bereitet den Arbeitsvermittlern die Situation beim Klimatechnik-Erzeuger GEA in Gaspoltshofen. Die Firmenleitung hat die Stilllegung des Standorts angekündigt, was den Verlust von mehr als 160 Arbeitplätzen bedeuten würde. Offiziell wurden aber noch keine GEA-Mitarbeiter zur Kündigung angemeldet. „Es gibt aber schon Interesse anderer Firmen an Personal von GEA,” weiß Gerhard Zauner-Mitter, stellvertretender Leiter des AMS Grieskirchen.

Einen Impuls für den Arbeitsmarkt erhofft man sich von der Landesausstellung. Derzeit sind 20 Stellen für die Parkraumbewachung, Aufsichtsdienste bei der Ausstellung und für einen Werbekiosk ausgeschrieben. Auch in der Gastronomie dürfte die Landesschau zusätzlichen Personalbedarf bewirken.

„Aqua” ist das neueste Förderungsangebot

Die Prognosen für den Arbeitsmarkt sind nicht rosig. „Wegen des geringen Wirtschaftswachstums müssen wir in den nächsten Jahren leider mit weiter steigender Arbeitslosigkeit rechnen,” ist Grieskirchens AMS-Chef Franz-Reinhold Forster Realist: „Die große Herausforderung der Zukunft ist die Verbesserung der Qualifizierung. Je niedriger die Ausbildung, desto größer ist die Gefahr der Arbeitslosigkeit.”

Das jüngste Förderungsangebot zur Aus- und Weiterbildung ist die arbeitsplatznahe Qualifizierung, kurz „Aqua”, die im April gestartet wird. AMS und das Land machen dafür 2,075 Millionen Euro locker. Damit können bis zu 500 Personen eine Ausbildung absolvieren.

Im Rahmen von „Aqua” werden die Menschen in Theorie und Praxis gezielt für einen bestimmten Arbeitsplatz geschult. Die jeweilige Firma finanziert die Ausbildung mit.