22. Mai 2012

SPORT

Von Andorf aus erobert Völkl Österreichs Skimarkt


Völkl und OÖ. Ferngas luden zum Skitag. V. li.: Andreas Eckerstorfer (Sternsteinlifte), Gerhard Zettler (Ferngas), Ex-Weltmeister Frank Wörndl, Ferngas-Chef Johann Grünberger.

Seit 1998 ist die 5.200-Einwohner-Marktgemeinde Andorf Sitz von „Marker Völkl Austria”. 14 Mitarbeiter sind vom Innviertel aus für den Vertrieb der Marker- und Völkl-Wintersportprodukte in Österreich und Slowenien zuständig. Und die Innviertler Truppe ist mit großem Erfolg unterwegs. Sie mischt den heimischen Skimarkt ganz gehörig auf. Wurden 1998 in Österreich nur 800 Paar Völkl-Ski verkauft, so sind es jetzt 35.000 Paar im Jahr. „65 Prozent davon gehen in den Skiverleih. Insgesamt halten wir heute in Österreich bei einem Marktanteil von etwa zehn Prozent,” erklärt Mag. Stefan Bieringer aus Suben. Der 35-jährige ist bei Völkl-Austria für das Marketing verantwortlich.

Die Erfolgsgeschichte der deutschen Alpin-Latten in unserem Land ist deswegen bemerkenswert, weil er auf einem stagnierenden Markt erzielt wurde. In diesem Verdrängungswettbewerb hat Völkl von Andorf aus ganz schön Meter gemacht.

Die ersten Ski ließ Franz Völkl 1923 fertigen. Mittlerweile ist seine Firma der einzige große Skihersteller in Deutschland. Das Stammwerk des Unternehmens steht im niederbayrischen Straubing. Dort werden 75 Prozent der in 40 Ländern der Welt verkauften Ski mit dem Doppel-V-Logo produziert.

Vor einigen Jahren hatten die deutschen Alpin-Bretteln das Image eines Frauenskis, weil vor allem Rennläuferinnen wie Martina Ertl, Katja Seizinger, Hilde Gerg, aber auch Anita Wachter und Alexandra Meissnitzer Siege und Medaillen einfuhren. Bei den Herren feierten die Deutschen Frank Wörndl im Slalom (1987) und Hansjörg Tauscher (1993) mit ihren WM-Titeln die größten Triumphe.

Den Ruf vom Frauenski hat Völkl abgelegt. Stefan Bieringer: „Wir sind die innovativste Skimarke und die Nummer 1 im Premium-Bereich. Unter den Skiproduzenten weltweit liegen wir auf Rang 4.” Ein Beispiel für die Innovationskraft Völkls ist das Power Switch Individual- System (PSI). Es ermöglicht dem Skihändler, mit Hilfe eines Schlüssels am Skiende die Steifheit des Skis auf die individuellen Bedürfnisse einzustellen. „Dabei werden Gewicht, Alter und Können berücksichtigt,” erklärt Bieringer.

Das heißeste Eisen im Völkl-Rennstall bei den olympischen Spielen ist der Tiroler Slalomstar Manfred Pranger, aber auch der Finnin Tanja Poutiainen, der Schweizerin Nadja Styger und der kanadischen Hausherrin Britt Janyk räumt die Völkl-Mannschaft in Andorf gute Chancen auf Stockerlpätze ein. Ihnen drückt sie besonders fest die Daumen. Einige Medaillenkandidaten hat das Verletzungspech vorzeitig aus dem Rennen geworfen, darunter die Österreicherinnen Nicole Hosp und Maria Holaus sowie die Schweizerin Martina Schild.