22. Mai 2012

AKTUELLES

Spendenjagd in Seniorenheimen

Gesammelt wird - gerade vor Weihnachten - überall: auf der Straße, an der Haustür, in der Kirche, von Zeitungen, im Fernsehen und Radio, per Postwurf, über Telefon und im Internet.

Dabei stellt „das Ansprechen alter Menschen, insbesondere in Senioren- und Pflegeheimen, ein Sonderproblem dar,” heißt es im Spendenbericht 2008 vom Österreichischen Institut für Spendenwesen (ÖSI). Die Keiler arbeiten meist nur auf Provisionsbasis, weshalb sie „um jeden Preis verkaufen,” weiß Florian Bittner vom ÖSI. „Die Abbuchungen machen oft bis zu 300 Euro aus und erfolgen sehr rasch.”

Dieses Geld ist nicht zwangsweise verloren. „Wer mit einem Vertrag überrumpelt wird, hat ein einwöchiges Rücktrittsrecht,” erklärt Mag. Ulrike Weiß vom Konsumentenschutz der OÖ-Arbeiterkammer. „Am besten ist, man kündigt den Vertrag per eingeschriebenem Brief.” Eine Einziehungsermächtigung kann innerhalb von 56 Tagen rückgängig gemacht werden. Weiß: „Dazu braucht man nur auf seine Hausbank zu gehen. Die erledigt das.”

Insgesamt schätzt das ÖSI das jährliche Spendenvolumen in Österreich auf 430 Millionen Euro. Im Schnitt macht der Oberösterreicher pro Spende 28,14 Euro locker, wie das Linzer market-Institut erhob. In Oberösterreich verfügen 22 Organisationen über das Spendengütesiegel.