22. Mai 2012

TIERE

TIERARZT

So erziehe ich meinen Hund richtig


Dr. Peter Kollmann Gaspoltshofen, Tel. 07735/6943

In meiner November-Kolumne habe ich darauf aufmerksam gemacht, was Sie beim Kauf eines Hundes beachten sollten, um späteren Ärger zu vermeiden. Heute geht es darum, wie man den vierbeinigen Mitbewohner in seinem neuen Zuhause richtig eingewöhnt.

Lange war es nur ein Traum, nun soll es Wirklichkeit werden: Ein Hund hält Einzug! Wir haben uns auf alle Eventualitäten vorbereitet, ihm ein Lager bereitet oder einen Zwinger gebaut, die Hütte mit Komfort versehen und warten nun darauf, dass der Hund Zeichen des Wohlbefindens von sich gibt. Und genau an dieser Stelle gibt es die erste große Enttäuschung, denn das kleine Wollknäuel, ermattet von der ersten großen Fahrt, sitzt winselnd in einer Ecke und will nichts weiter als Ruhe und seine Mutter.

Jetzt beginnt für den frischgebackenen Hundehalter eine schwierige Zeit, heißt es doch, einfühlsam Mutter und Spielgefährte, aber auch gleichzeitig unduldsamer Meuteführer zu sein, der dem Kleinen zur rechten Zeit zeigt, wer Herr im Hause ist. Lassen wir uns auf keinen Fall von den kleinen Kulleraugen verleiten, weich zu werden, eine Nachgiebigkeit zieht die nächste nach sich, und der geplante Wachhund sieht seinen Zwinger nur von außen.

Wer einen Hund mit Erfolg erziehen will, muss Lehrer, Psychologe und Meuteführer sein, über Geduld, Ruhe, Ausdauer, Selbstbeherrschung, aber auch über genügend Härte verfügen. Man sollte nie den Fehler machen, den frisch angekommenen Welpen, wenn er im Zwinger gehalten werden soll, die ersten Tage in der Wohnung zu halten. Das Argument, dem Tier die Übergangstage etwas leichter machen zu wollen, bedeutet nichts weiter, als im Hund einen Menschen zu sehen. Natürlich werde ich einen acht Wochen alten Welpen nicht bei minus 20 Grad in eine ungeheizte Hütte sperren, aber jedenfalls sobald es die Wetterbedingungen zulassen.

Wichtiger als jede Verzärtelung ist für den Hund, sich in den ersten Tagen soviel wie möglich mit ihm zu beschäftigen, damit er sich an die neue Umwelt gewöhnt und Sie sich für ihn mit angenehmen Eindrücken verknüpft. Mehr Sorgen mit dem neuen Hausgenossen als der Besitzer eines Zwingers wird derjenige haben, der seinen Hund in der Wohnung hält, da hier zu der Umgewöhnung noch die Sorge um die Stubenreinheit und unter Umständen um das Verhalten gegenüber anderen Haustieren hinzukommt.

Erziehung - und die vom ersten Tag an - ist beim Hund genauso wichtig wie beim Menschen. Der unerzogene Hund ist seinem Besitzer eine Last, seiner ganzen Umwelt ein Missvergnügen, und nicht zuletzt fühlt er sich selbst nicht glücklich. Allerdings: Erziehung und Dressur, das sei hier ausdrücklich eingefügt, sind ganz verschiedene Dinge, verschiedene Lernprozesse.

Nur wenige Tierarten lassen sich wirklich erziehen. Dazu gehört nun auch Ihr Hund.