TIERE
Kolumne von Dr. Peter Kollmann
Augen auf beim Hundekauf!

Dr. Peter Kollmann, Gaspoltshofen, Tel. 07735/6943
Einen Hundekauf, gerade auch im Hinblick auf Weihnachten, sollte man sich immer gut überlegen. Hat man sich dazu entschlossen, sollte man einige prinzipielle Dinge beachten. Es gilt: Augen auf beim Hundekauf! Bevor der entscheidende Schritt getan wird, empfiehlt es sich, auf Ausstellungen oder Veranstaltungen der Hundesportler Rat zu holen. Hier bekommt man neben Hinweisen zu den Rassen auch Tipps, an welchen Züchter sich der Interessent wenden kann, was die Welpen kosten… Welpen sollten generell vom Züchter, nie vom Händler gekauft werden, aber auch hier ist es nie verkehrt, sich von einem bereits erfahrenen Hundebesitzer begleiten zu lassen. Ist das nicht möglich, können Sie den Welpen an Hand einiger Anhaltspunkte selbst testen, wobei Garantien freilich nicht gegeben sind.
Die Normaltemperatur - im After gemessen - beträgt beim Junghund zwischen 38 und 39 °. Die Zähne müssen reinweiß, gut gestellt und gleichmäßig gewachsen sein, Flecken ermahnen zur Vorsicht. Hat der Welpe keine geraden, kräftigen Pfoten, sind diese nicht nur krumm, sondern sogar angeschwollen, ist das meist ein Zeichen für Rachitis. Genauer Kontrolle unterziehen wir der Haut, auf der sich keinerlei Rötung oder sonstige Anzeichen von Hauterkrankungen oder Außenparasiten zeigen dürfen.
Haben wir Gelegenheit, den Kot des Kleinen zu sehen, dürfen auf keinen Fall Würmer zu erkennen sein. Schauen wir unserem zukünftigen Liebling in die Augen - nicht zu tief, sonst sind wir ihm verfallen - dürfen diese keinen Tränenfluss auf weisen. Häufig treten bei jungen Hunden Nabel- bzw. Leistenbrüche auf. Man vergesse also nicht, diese Körperpartien zu kontrollieren. Auch auf die Atmung heißt es zu achten, ein Gesunder hustet nicht. Haben Sie sich für einen Rüden entschieden, überzeugen Sie sich, dass er auch alle Beweise seiner Männlichkeit besitzt.
Sind alle Tests zur vollen Zufriedenheit verlaufen, dann wird nicht länger gezögert, sondern zugegriffen, aber nicht, bevor ein ordnungsgemäßer Kaufvertrag gefertigt wurde. Das ist um so wichtiger, als sich gerade beim Hund oft Mängel herausstellen, die im Moment des Kaufes noch nicht sichtbar waren, aber unter die Garantiepflicht des Züchters fallen.
Auch wer sich einen erwachsenen Hund zulegen will, sollte aufpassen. Leider werden auch bei dieser Art von Käufen manchmal unrichtige Angaben gemacht. Abstammung und Rasse müssten durch die Ahnentafel belegt werden. Anhand des Zustandes der Zähne lässt sich ziemlich genau das Alter bestimmen. Grundsätzlich sind nach neun Monaten alle bleibenden Zähne beim Hund vorhanden.
Es ist nicht immer ratsam, zum Welpen zu greifen. Meist geschieht das nur, weil sie billiger sind und der Käufer denkt, sie ganz nach seinen Wünschen erziehen zu können, da sie sich leichter an ihn gewöhnen würden. Nicht bedacht hat er dabei die Gefahr der „Kinderkrankheiten”. Der zweite Hauptgrund ist ebenfalls nicht stichhaltig. Auch ältere Tiere gewöhnen sich bei geeigneter Behandlung schnell an den neuen Besitzer, und einfühlsame, richtig auf die Reflexe abgestimmte Erziehung wird bald die gewünschten Erfolge nach sich ziehen.
In der Dezember-Ausgabe von „Hallo Landl” erfahren Sie alles über die richtige Eingewöhnung von Hunden.

