TIERE
Kolumne von Dr. Peter Kollmann
Wenn die Katze Mama wird

Dr. Peter Kollmann, Gaspoltshofen, Tel. 07735/6943
Meistens hat sich natürlich nur die Katze dazu entschlossen, Mama zu werden! Für den Tierhalter ist die Zeit ihrer Trächtigkeit (58 bis 61 Tage) unproblematisch. Allerdings sollten Sie bis zu der Geburt einige Vorbereitungen treffen. Wollen Sie die Jungen nicht behalten, so nützen Sie diese zwei Monate, um sich um geeignete Plätze für die Kleinen umzusehen. Die zukünftigen Katzenbesitzer haben dann Zeit, sich auf den Neuzuwachs einzustellen und darauf zu freuen.
Während der Trächtigkeit muss auf den erhöhten Futterbedarf der Katze Rücksicht genommen werden. Je nach Trächtigkeitsstand benötigt eine werdende Katzenmutter die zwei- bis dreifache Futtermenge. Es ist vorteilhaft, mehrmals täglich Futter zu verabreichen. Kalzium und Vitamine sollten je nach Ernährungsart vermehrt zugeführt werden.
Als Vorbereitung für die Geburt stellen Sie Ihrer Katze einen geeigneten Wurfplatz zur Verfügung. Eine Kiste oder ein Korb an einem ruhigem Platz sind dafür geeignet. Seien Sie aber nicht enttäuscht, wenn Ihre Katzendame dann diesen liebevoll hergerichteten Platz nicht benützt. Katzen sind auch bei diesem Ereignis eigenwillig. Katzenbesitzer berichten von den originellsten Orten, auf die sich die Kätzin im entscheidenden Augenblick zurückzieht - Schränke, Kohlenkeller, Ofenlöcher, Betten oder sogar Duschtassen.
Die Geburt der ersten Welpen kann wenige Minuten, aber auch bis zu zwei, bei Erstgebärenden bis zu vier Stunden dauern. Danach liegen die Pausen bei 30 Minuten. Die Katze soll während der Geburt möglichst nicht gestört werden. Tierärztliche Hilfe ist erforderlich, wenn trotz starker Wehen nach vier Stunden noch kein Junges geboren ist, wenn die Wehen sistieren, ein blutiger Ausfluß auftritt, ein Welpe im Geburtskanal stecken bleibt, oder wenn nach der Geburt eine Temperaturerhöhung über 39 Grad auftritt. Meist verlaufen Katzengeburten ohne Probleme.
Die Katze leckt die Welpen ab, um die noch schwachen Lebensgeister zu wecken, und dann suchen die Babys bereits die Zitzen der Mutter. Jedes wird immer wieder dieselbe nehmen. Sie erkennt sie am Geruch. Danach folgt jeden Tag derselbe Rhythmus: trinken, putzen, schlafen. Auch jetzt kann die Mutter sich entscheiden, einen neuen Platz zur Aufzucht ihrer Kleinen zu suchen. Durch einen Biss ins Genick der Welpen löst sie eine Tragstarre aus und trägt sie einzeln in das neue Versteck.
Katzen sind hervorragende Mütter, die ihre Jungen ohne jeden Eingriff der menschlichen Besitzer bestens erziehen. Sie halten die Welpen von jeder Gefahr fern und bringen ihnen schnell bei, wie ein sicheres Katzenleben aussieht. Neben aller Strenge sind sie von unendlicher Zärtlichkeit - einem strafendem Pfotenschlag folgt meist gleich ein sanftes Ablecken. Es ist selbstverständlich, dass sie besonders in den ersten Wochen ihre Jungen gegen alle Störungen von außen beschützen. Sie schätzen da auch keine liebevollen Ausbrüche der Katzenbesitzer. Halten Sie sich also zurück und überlassen Sie anfangs das Schmusen mit den Babys der Katzenmutter.

