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Martin Humer listet Rotlicht-Kredite auf
Pornojäger hat die Banken im Visier
Einmal Pornojäger, immer Pornojäger: Martin Humer aus Waizenkirchen zieht auch als 85-jähriger noch mit missionarischem Eifer gegen Prostitution und Pornographie ins Feld. Jetzt hat er die Banken ins Visier genommen. Im Internet listet er penibel auf, welche Geldinstitute Geschäfte mit dem Rotlicht-Milieu machen.

Martin Humer ist kein humorloser Mensch, wie sein Karikatur-Porträt rechts zeigt, doch wenn es um Pornographie, Prostitution, Menschenhandel oder Abtreibung geht, kennt der erzkonservative Katholik keinen Pardon. Seit 37 Jahren kämpft die von ihm gegründete Christlich-Soziale Arbeitsgemeinschaft dagegen an. Dieser Kampf füllt 3.000 Aktenordner.
Mit 85 Jahren hat der Pornojäger die österreichischen Banken ins Visier genommen. Anhand von Grundbuchauszügen haben Humer und seine Mitstreiter erhoben, welche Geldinstitute Kredite ans Rotlicht-Milieu vergeben. Sie stellt er im Internet an den Pranger.
Insgesamt listet Martin Humer auf seiner Homepage (www.pornojaeger.at) österreichweit Bankdarlehen und Pfandrechte im Gesamtwert von 120 Millionen Euro auf. Anspruch auf Vollständigkeit erhebt er dabei nicht. „Ich schätze, dass die Banken mindestens 360 Millonen Euro im Sexgewerbe drinnen haben,” sagt Humer, der sich wundert, „dass Sie überhaupt anrufen. Normalerweise dürfen die Medien ja nichts über dieses Thema berichten.” So sei ein RTL-Team bei ihm gewesen und habe auch Fernsehaufzeichnungen gemacht, doch gesendet sei der Beitrag nie geworden. Auch mit ihm befreundete Zeitungsjournalisten seien bei Redaktionsbesprechungen zurückgepfiffen worden.
In Humers Sammlung finden sich 28 oberösterreichische Bordelle, die bankfinanziert sind. Ein Freudenhaus in Linz-Urfahr soll sich sogar eines Zwei-Millionen-Euro Kredits erfreuen.
Viele Bankdirektoren hätten sich wütend bei Humer beschwert, erzählt der Waizenkirchner.
„Zuerst haben sie laut geschrien, dann gewimmert, das ich die Angaben löschen soll. Geklagt hat man mich nicht, weil alles stimmt.” Sogar Geld habe man ihm angeboten, aber „ich bin nicht bestechlich.
Spätestens in drei Jahren stehe ich vor Gott. Da wäre ich sehr dumm, meine Ewigkeit zu verkaufen.” Bis es soweit ist, gibt sich der Ex-Fotograf weiter kämpferisch: „Ich werde diese Arbeit fortsetzen.”

