22. Mai 2012

TIERE

Kolumne von Dr. Peter Kollmann

Erste Hilfe für Vierbeiner


Dr. Peter Kollmann Gaspoltshofen, Tel. 07735/6943

Auf unsere Vierbeiner warten im Alltag viele Krankheits- und Unfallgefahren. Hier einige Ratschläge zur Ersten Hilfe.

Insektenstich: Symptome sind Schwellungen an den Lippen und im Kopfbereich und Nesselausschlag (runde Schwellungen der Haut). Erste Hilfe-Maßnahmen: Den Stachel entfernen, die Stichstelle kühlen, bei Erstickungsgefahr unbedingt zum Tierarzt.

Vergiftung: Symptome sind Erbrechen, Durchfall, Krämpfe, Bewußtlosigkeit, Blutungen aus den Körperhöhlen. Maßnahme: Wenn möglich die Art des Giftes feststellen (zerbissene Arzneipackung aufheben), umgehend zum Tierarzt, wenn vorhanden Tierkohle eingeben.

Unfall: Bei einer sichtbaren Verletzung oder dem Verdacht auf innere Verletzungen sollte man das Tier ruhig lagern. Vorsicht: Verletzte Tiere reagieren oft aggressiv. Blutungen durch nicht zu festen Verband stillen. Für Transport Decke unterlegen und vorsichtig heben und legen.

Bissverletzung: Es sind oft nur kleine Wunden, die die Haut durchdringen, aber starke Abhebungen in der Unterhaut verursachen. Durch Eindringen von Bakterien besteht erhöhte Infektionsgefahr. Es kann aber auch tiefe Fleischwunden, starke Blutungen und Knochenverletzungen geben. Maßnahmen: Wegen der starken bakteriellen Infektion von Bisswunden soll eine fachgerechte Versorgung innerhalb von 4 bis 6 Stunden erfolgen. Bis dahin sind flüssige Desinfektion und ein sauberer, nicht einschneidender Verband (keine Gummiringe verwenden) nötig.

Wärmestau: Symptome sind starkes Hecheln, Krämpfe bis zur Bewusstlosigkeit. Als erste Hilfsmaßnahme muss man sofort für Abkühlung sorgen (in den Schatten, mit kaltem Wasser abspülen). Unbedingt zum Tierarzt.

Ohrenschmerzen: Symptomatisch sind Kopfschütteln, Ohrenkratzen mit den Pfoten, eventuell Gleichgewichtsstörungen. Maßnahmen: Äußeres Ohr reinigen, nicht in den Gehörgang vordringen, da Grannen durch Kopfschütteln noch tiefer eindringen können, daher sofort zum Tierarzt.

Krampfanfälle: Typisch dafür sind gekrümmte Körperhaltung, Muskelzittern, eventuell Speichelfluss, Bewegungsstörungen bis zur Bewusstlosigkeit. Ma?nahmen: Auf den Boden legen, nichts eingeben, für den Transport Decke unterbreiten.

Erbrechen, Speichelfluss: Als erstes ist der Entzug von Nahrung und Flüssigkeit geboten. Bei wiederholtem Erbrechen besteht Verdacht auf einen Fremdkörper, Entzündungen oder Infektionskrankheiten. Man sollte unbedingt den Tierarzt aufsuchen.

Akuter Durchfall: In diesem Fall kein Futter verabreichen, als Flüssigkeit schwarzen Tee oder Kamillentee anbieten. Man muss das Tier warm halten, keine Arzneimittel eingeben und den Tierarzt aufsuchen.

Augenbeeinträchtigung: Symptome dafür sind Blinzeln, ein halbgeschlossenes oder geschlossenes Auge, Lichtscheue, wässriger bis schleimiger Augenausfluss, eine Lidschwellung, starke Rotfärbung der Bindehaut oder eine graublaue Verfärbung der Hornhaut. Manchmal sind Fremdkörper (Granne) imAuge ersichtlich . Lindernde Maßnahmen sind Verdunkeln und kalte Bausche mit Wasser. Sichtbare Fremdkörper wenn möglich herausnehmen, möglichst bald den Tierarzt aufsuchen.