22. Mai 2012

LANDLER/IN DES MONATS

Josef Schiller


Nomen est Omen: Josef Schiller ist eine schillernde Figur, die aus dem Gemeinschaftsleben Rottenbachs nicht wegzudenken ist. Kein bunter Vogel, sondern ein Mann, auf den immer Verlass ist, wenn es Hand anzulegen gilt. Einer, der sich nie in den Vordergrund drängt, doch immer zur Stelle ist, wenn Hilfe gebraucht wird.

Der verheiratete Vater eines Sohnes und einer Tochter war zuletzt als Produktionsleiter der MKW-Kunststofftechnik in Weibern tätig. Der Dienstschluss bedeutete für Schiller aber nie Arbeitsende. „Mein Mann muss immer was organisieren, sonst ist er krank,” lacht Ehefrau Annemarie. Tatsächlich hat der gute Josef eine Menge auf die Beine gestellt. Zuerst sportlich: Bis zum 25. Lebensjahr stürmte Josef als Linksaußen für Rottenbach im Fußball-Unterhaus, ehe er aus Ärger über schlechte Schiedsrichterleistungen selbst zum Pfeifferl griff.

25 Jahre lang war der Rottenbacher auf Oberösterreichs Fußballplätzen bis hinauf in die Landesliga als Unparteiischer untewegs. Parallel dazu verdiente er sich 15 Jahre lang Lorbeeren als Kommandant der FF Rottenbach. Und die Feuerwehr liegt dem Ehrenkommandanten noch immer am Herzen. So kam er in der Vorwoche von einem 14-tägigen Jugendlager in Italien zurück, bei dem er für einen Kollegen als Betreuer eingesprungen war. „Wir haben für’s Schwarze Kreuz mit 36 Jungfeuerwehrmännern aus ganz Oberösterreich die Mauer eines Soldatenfriedhofs aus dem 1. Weltkrieg restauriert,” erzählt Schiller, der nie einen Bogen um freiwillige Arbeit macht.

Ganz ohne Zwang hob der Technik-Freak im Jahr 2003 gemeinsam mit Erich Starlinger aus Aistersheim auch den Oldtimerclub-Rottenbach (Bericht nebenan) aus der Taufe. Mittlerweile hat der Verein 151 Mitglieder aus dem ganzen Landl. „Wir sind ein tolles Team, bei dem die Kameradschaft im Mittelpunkt steht,” freut sich Obmann Schiller. Das sehen auch unabhängige Experten so. Im Juli wurde der AMTC-Rottenbach in der Kategorie Vereinsleben für seine vielfältigen Aktivitäten mit dem OÖ-Vereinspreis 2009 ausgezeichnet. Schiller & Co. sehen also ganz und gar nicht alt aus.