22. Mai 2012

GESUNDHEIT

KOLUMNE von Apotheker Wolfgang Storch

Mangelernährung kann uns alle treffen


Apotheker Wolfgang Storch, Dreifaltigkeitsapotheke Grieskirchen

Appetitlosigkeit und ungewollter Gewichtsverlust gehören nicht zum Älterwerden. Mangelernährung ist eines der gravierendsten Probleme unseres Gesundheitswesens - und wird dennoch viel zu wenig beachtet. Auch in Österreich sind im Durchschnitt mehr als ein Viertel aller Patienten mangelernährt.
Besonders in der privaten Betreuung besteht großer Handlungsbedarf: Immer noch wird Appetitlosigkeit, die Reduzierung von Nahrungsaufnahme und ungewollter Gewichtsverlust als „natürlich” und altersbedingt angesehen. In den nächsten Jahren ist mit einer Zunahme des Anteils der funktionell behinderten, gebrechlichen älteren Menschen in der Gesamtbevölkerung auf bis zu 20 Prozent zu rechnen.
Ohne ein Mindestmaß an Energie und Nährstoffen kann unser Organismus seine körperlichen und geistigen Funktionen nicht aufrechterhalten. Es drohen Schwächezustände sowie Störungen im Stoffwechsel mit ernsthaften Folgeerkrankungen. Zu den Risikogruppen für Mangelernährung gehören besonders ältere Menschen mit akuten Erkrankungen, wie zum Beispiel Infekten oder chronischen Krankheiten wie Dekubitus, weiters Menschen mit Einschränkungen, wie beispielsweise Gebrechlichkeit, Kaubeschwerden oder Schluckstörungen. Auch können Personen mit geistigen oder psychischen Beeinträchtigungen (zum Beispiel Vergesslichkeit, Demenz oder Depressionen) an Mangelernährung leiden.
Ein deutliches Zeichen einer anhaltend unzureichenden Ernährung ist eine unbeabsichtigte Gewichtsabnahme in den letzten Wochen oder Monaten. Erste sichtbare Hinweise auf einen ungewollten Gewichtsverlust und unzureichende Ernährung sind unter anderem: schlaffe Hautfalten oder hervorstehende Knochen, ein eingefallenes Gesicht und knochige Hände oder zu weit gewordene Kleidung und locker sitzender Schmuck. Die Folgen einer Mangelernährung können vielfältig sein. Sie beginnen bei allgemeiner Schwäche, Müdigkeit und Antriebslosigkeit und reichen über ein erhöhtes Risiko für Komplikationen, Stürze und Knochenbrüche, Verlängerung von Krankheitsdauer und Rekonvaleszenz bis hin zu erhöhter Morbidität und Mortalität.
Trinknahrung unterstützt die Nährstoffaufnahme bei Mangelernährung. Wird Mangelernährungsrisiko oder Mangelernährung diagnostiziert, besteht Handlungsbedarf. Meist sind Mangelernährte nicht in der Lage, ihren erhöhten Nährstoffbedarf über normales Essen aufzunehmen.Trinknahrung ist ein zentraler Bestandteil der Ernährungstherapie bei Mangelernährung. Wird sie ergänzend zur üblichen Ernährung eingesetzt, trägt sie zur Sicherung einer ausreichenden Nährstoff- und Energiebilanz bei. Studien belegen die positiven Effekte von Trinknahrung.
Nähere Informationen unter www.rizy.at.