22. Mai 2012

AKTUELLES

Dorf an der Pram, Kallham und Riedau retten Leben im Kongo

Vom Landl fließt Geld für Wasserhilfe


Bis zu 30 Kilo schwere Behälter mit Wasser schleppen Frauen und Kinder kilometerweit in ihre Hütten, wenn es an funktionierenden Brunnen fehlt.

Oberösterreich ist ein Wasserparadies: saubere Seen und Flüsse, aus den Wasserleitungen fließt Tafelwasser. Davon können die Menschen im Kongo nur träumen. In dem riesigen zentralafrikanischen Land haben 54 % der 60 Millionen Einwohner keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Mehr als zwei Drittel der Bevölkerung leidet an Unterernährung, die Lebenserwartung beträgt nur 43 Jahre.

„Die Verhältnisse sind schier unglaublich,” berichtet Dipl. Ing. Christian Hasenleithner, Geschäftsführer der Wasserdienstleistungssparte (WDL) der Energie AG. „Frauen und Kinder marschieren kilometerweit, um Wasser aus verschmutzten Flüssen zu holen, weil es an Brunnen mangelt oder diese kaputt sind.” Hasenleithner war Mitglied einer Abordnung von Caritas und Energie AG, die einen Lokalaugenschein in der kongolesischen Provinz Kasenga durchführte.

Kasenga ist knapp fünfmal so groß wie Oberösterreich. Hier leben etwa 500.000 Menschen. 1987 begann die Caritas in dieser Region anlässlich einer Choleraepidemie mit dem Bau von Brunnen. 226 Pumpen und Brunnen wurden seither installiert, die jeweils 1.500 bis 5.000 Menschen versorgen. Doch derzeit funktioniert etwa die Hälfte aller Brunnen nicht mehr. „Daher ist auch die Cholerarate wieder angestiegen. Die Menschen warten sehnsüchtig und mit großer Dankbarkeit auf die Reparatur der Brunnen,” so Hasenleithner.

Mittlerweile haben sich schon 15 oberösterreichische Gemeinden als WDL-Kunden dem Projekt „Wassertropfen” angeschlossen. Dazu gehören auch Dorf an der Pram, Kallham und Riedau. Pro 1.000 m3 Wasser, der in diesen Gemeinden verbraucht wird, fließt ein Euro ins lebensrettende Hilfsprojekt. Firmen und Schulen spenden ebenfalls. Insgesamt erwartet man heuer ein „Wassertropfen”-Budget von 30.000 Euro. Damit kann man etwa 30 Brunnen reparieren oder neue schlagen. Und tausende Leben retten!