22. Mai 2012

TIERE

Kolumne von Dr. Peter Kollmann

Hilfe, Ekzem!


Dr. Peter Kollmann Gaspoltshofen, Tel. 07735/6943

Unter Ekzem versteht man eine besondere Entzündung der Haut, die nicht nur bei Hunden und Katzen auftreten kann. Vor allem in der warmen Jahreszeit kommt es zu einer deutlichen Zunahme von Ekzemen und anderen Hauterkrankungen. Ursachen eines Ekzems können innerer als auch äußerer Natur sein:

1. Ungenügende oder falsche Haarpflege sowie die Art und Zusammensetzung der Ernährung spielen eine große Rolle. Besonders bei verfetteten Tieren treten oft Ekzeme auf, die umgangssprachlich als „Fetträude” bekannt sind. Sie beruhen auf Bewegungsmangel sowie einseitiger Ernährung mit Kohlenhydraten und Fetten. Es tragen also nicht nur Kuchen und andere Leckereien, sondern auch eine reine Fleischfütterung nachteilig zur Ekzembildung bei. Vor allem sollte aber auf scharf gewürzte Speisen verzichtet werden, da sie nicht nur Entzündungen der Haut, sondern auch Nierenprobleme verursachen.

2. Ekzeme können jedoch auch von „innen” verursacht werden. Bei älteren Tieren sind Ekzeme oft Ausdruck hormoneller Störungen bzw. chronischer Organerkrankungen.
So vielfältig wie die Ursachen, so verschieden sind auch die Ekzemformen. In der Regel durchläuft ein akutes Ekzem verschiedene Krankheitsstadien. Zunächst rötet sich die Haut, nach kurzer Zeit bilden sich stark juckende Knötchen, die sich entweder allmählich wieder zurückentwickeln und abschuppen oder die sich in Bläschen umwandeln. Indem sich mehrere Bläschen vereinen und schließlich platzen, entsteht eine stark gerötete und wunde Hautfläche mit starker Absonderung. Die Haare fallen dabei entweder aus oder sind verklebt und verkrustet. Lässt die Absonderung nach, trocknet die abgesonderte Flüssigkeit im Laufe der Zeit ein und die Haut verkrustet. Wird diese Kruste durch wiederholtes Kratzen, Schlecken und Scharren abgerissen, kommt darunter eine nässende Fläche zum Vorschein, die durch Schmutz infiziert werden kann und danach zu eitern beginnt. Aus einem akuten Ekzem kann sich ein chronisches Hautleiden entwickeln, oder es treten nach scheinbarer Heilung Rückfälle auf.

Als Hauptursache für viele Ekzeme gelten Allergien gegen Hausstaub bzw. die Hausstaubmilbe, Flohallergie sowie Kontakt- oder Futtermittelallergien. Um solche Ekzeme zu vermeiden, müssen die Verursacher ausgeschaltet werden. Das bedeutet, dass eine ganzjährige Milben- und Flohbekämpfung durchgeführt werden muss und bei vorliegender Futtermittelallergie sollte auf erprobte Diätfuttermittel zurückgegriffen werden.
Die zweckmäßige Ernährung des Tieres ist mit einer medikamentellen Behandlung (innerlich, äußerlich) zu kombinieren. Ebenfalls wirken sich Sonneneinstrahlung und frische Luft günstig auf deren Entwicklung aus. Verbände sind im allgemeinen nicht angebracht; das Beschlecken der betroffenen Stellen durch das Tier sollte aber unterbunden werden. Akute Ekzeme gelangen bei geeigneter Behandlung in Kürze zur Abheilung. Zur Behandlung chronischer Ekzeme gehört, wie bei allen chronischen Erkrankungen Geduld und Ausdauer.