22. Mai 2012

GESUNDHEIT

Kolumne von Mag. Wolfgang Rizy

Hilfe für den Kreislauf


Mag. Wolfgang Rizy, Dreifaltigkeitsapotheke Grieskirchen

Der Blutdruck entsteht aufgrund der Pumpleistung des Herzens. Bei der Blutdruckmessung gibt man an, wie viele Millimeter hoch das Herz eine Quecksilbersäule drücken würde, wenn es sich zusammen zieht. Dieser, der sogenannte systolische Wert liegt beim Gesunden zwischen 110 und 140. Als zweiten Wert gibt man den Blutdruck in der Periode an, in der sich das Herz mit Blut füllt. Diesen Wert bezeichnet man als diastolischen Blutdruck. Er liegt beim Gesunden zwischen 60 und 90.

Wie äußert sich Hypotonie = Blutniederdruck?

Niedriger Blutdruck ist im Gegensatz zum Bluthochdruck eigentlich gar keine Krankheit. Im Gegenteil, wer einen niedrigen Blutdruck hat, der ist gegen Krankheiten wie Herzinfarkt, Gehirnschlag besser geschützt als Menschen mit erhöhtem Blutdruck. Aber im Gegensatz zum Hochdruckpatienten, der sich oft trotz seines Krankheitsrisikos blendend fühlt, leiden Menschen mit niedrigem Blutdruck unter quälenden Symptomen wie Schwindel und Gleichgewichtsstörungen, Beklemmungsgefühlen in der Herzgegend und Wetterfühligkeit. Menschen mit niedrigem Blutdruck, die Hypotoniker, fühlen sich in ihrer Leistungsfähigkeit beeinträchtigt, sie sind oft müde und unkonzentriert. Beim Aufstehen aus dem Liegen oder Sitzen wird ihnen schwarz vor Augen. Psychische Belastungen können die Beschwerden verstärken. Die sekundäre Hypotonie ist die Folge einer Erkrankung. Sie tritt auf bei Infektionskrankheiten, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und neurologischen Erkrankungen. Niedriger Blutdruck kann auch eine Nebenwirkung bestimmter Medikamente sein.

Was Sie selbst tun können: Niedriger Blutdruck ist oft die Folge eines schlecht trainierten Gefäßsystems. Gegenmaßnahmen sind Bürstenmassagen und Kneippsche Anwendungen, Wechselduschen und Saunabesuche. Auch Atemtraining und mehr Bewegung verbessern die Anpassungsfähigkeit des Gefäßsystems. Wer trotz besseren Trainings noch immer zu niedrigem Blutdruck neigt, muss sich an sein Leiden ein wenig anpassen. Bleiben Sie nach dem Aufwachen noch fünf Minuten im Bett liegen, geben Sie ihrem Kreislauf durch ein paar Atemübungen Zeit, auf Touren zu kommen. Nach dem Aufstehen kann eine kleine Gymnastik am offenen Fenster hilfreich sein. Zum Frühstück steigert eine Tasse Tee oder Kaffee den Blutdruck, so dass Sie sich wohl fühlen. Wer zu niedrigen Blutdruck hat, hat oft auch Schwierigkeiten beim Einschlafen. In diesem Fall hilft eine Tasse Kaffee oder Tee, auch wenn diese Getränke bei Menschen mit normalem Blutdruck als Muntermacher gelten.

Wenn Sie mit diesen Maßnahmen keinen Erfolg haben, dann richten Sie sich darauf ein, dass sie einen labilen Kreislauf haben. Meiden Sie Hitze und hohe Luftfeuchtigkeit, die den Kreislauf belasten. Vermeiden Sie langes Sitzen in stickigen Räumen. Wenn der niedrige Blutdruck bestehen bleibt, sollten Sie mit einem Arzt sprechen. Nur er kann herausfinden, ob hinter den Kreislaufproblemen möglicherweise eine Krankheit steckt. Wenn es eine Zeit dauert, bis die Umstellung der Lebensweise die gewünschte Wirkung hat, können Sie zur Überbrückung ein Kreislaufmittel anwenden, das man rezeptfrei in der Apotheke kaufen kann. Es gibt auch pflanzliche Mittel, die mit Weißdornblättern, Rosmarin, Colasamen und Kampfer den Kreislauf anregen.