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Die Arbeit der Bürgermeister bekommt noch mehr Gewicht
Während die EU-Wahl nicht einmal jeden Zweiten hinterm Ofen hervorgeholt hat, besitzt die Gemeindepolitik für die Oberösterreicher einen hohen Stellenwert. 24 Prozent der Hausruckviertler sind sogar überzeugt, dass die Bedeutung der Bürgermeister noch zunehmen wird.
Am 27. September werden fast doppelt so viele Landsleute zur Wahl gehen wie am 7. Juni. Landes- und vor allem Kommunalpolitik liegt ihnen weit mehr am Herzen als ihre Vertretung bei der EU. 25 Prozent der Oberösterreicher (24 % der Hausruckviertler) meinten bei einer aktuellen market-Umfrage, dass Bürgermeister und Gemeindepolitik zukünftig noch mehr Bedeutung gewinnen werden. Vor allem unter den 16- bis 29-Jährigen, denen man häufig besondere Politikmüdigkeit nachsagt, sind 29 Prozent dieser Meinung.
Freuen dürfen sich die 10.000 oberösterreichischen Gemeindemandatare auch darüber, wie ihre derzeitige Tätigkeit beurteilt wird. 84 Prozent der Befragten finden, dass Bürgermeister und Gemeindepolitik gute bis sehr gute Arbeit leisten. Im Hausruckviertel sind gar 85 Prozent dieser Ansicht.
Im September wird etwa ein Drittel der 444 Ortschefs neu kandidieren oder sich erstmals der Direktwahl stellen. Dabei ist es oft gar nicht mehr leicht, einen geeigneten Kandidaten für das Bürgermeisteramt zu finden. Der Grund für das „Nachwuchsproblem”: Arbeit, Zeitaufwand und Verantwortung werden immer mehr, die Gage ist aber nicht gerade verlockend. „Es gibt für Bürgermeister noch immer kein Arbeitslosen- oder Krankengeld, sie haben aber das Risiko, nicht mehr wiedergewählt zu werden,” erklärt Dr. Hans Gargitter, Geschäftsführer des OÖ-Gemeindebundes.
Dagmar Holter (47), seit 1997 Bürgermeisterin in Tollet (880 Einwohner) und eine von 22 Ortschefinnen im Lande, kennt dieses Problem: „Ich zahle mir meine Lehrerpension selbst weiter und weiß nicht, ob ich mit meinem Gehalt als Alleinerzieherin durchkäme.” Weiteres Problem: Privatfirmen haben mit nebenberuflichen Bürgermeistern als Mitarbeiter wegen der Fehlzeiten nicht mehr viel Freude.
So viel verdient Ihr Bürgermeister Die aktuelle Brutto-Aufwandsentschädigung für Bürgermeister in Oberösterreich gestaffelt nach der Einwohnerzahl:
Einwohner nebenberuflich hauptberuflich
Bis 1.000 Ew. 2.005,90.- 2.808,26.-
1.001 bis 2.000 Ew. 2.407,08.- 3.209,47.-
2.001 bis 3.000 Ew. 2.808,26.- 3.610,62.-
3.001 bis 4.500 Ew. 3.129,20.- 4.332,74.-
4.501 bis 10.000 Ew. 3.851,33.- 5.857,23.-
10.001 bis 15.000 Ew. 4.573,45.- 6.579,35.-
15.001 bis 20.000 Ew. 5.295,58.- 7.301,48.-
über 20.000 Ew. 6.017,70.- 8.023,60.-

