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Zwei kleine Landl-Feuerwehren wollen bei der Weltmeisterschaft groß auftrumpfen:
„Wir brauchen eiserne Nerven!”

Im Bild die Männer der Feuerwehr Weeg
Eine Feuerwehr-Weltmeisterschaft, die offiziell als Feuerwehr-Olympiade läuft, weil sie nur alle vier Jahre stattfindet, ist nichts für weiche Knie und zittrige Hände. Der kleinste Fehler bedeutet das Ende aller Medaillenträume. „Man kann nur mit Nervenstärke gewinnen, und die haben wir eigentlich immer gehabt,” ist Franz Stelzhammer, Kommandant der FF Weeg aus Wendling, optimistisch. Seine Supertruppe ist das fünfte Mal in Serie für die WM qualifiziert. Keine andere Feuerwehr der Welt war bisher bei den Titelkämpfen erfolgreicher als die Weeger. Ihre Bilanz: einmal Vize-Weltmeister und dreimal Weltmeister. Weeg reist als Titelverteidiger nach Ostrau in Tschechien, wo von 19. bis 26. Juli die WM 2009 am Programm steht.
5.000 Feuerwehrfrauen und Feuerwehrmänner aus 28 Nationen werden in Ostrau beim Löschangriff und im Staffellauf ihr Bestes geben. „Unsere Burschen sind ausgezeichnet in Form,” schwärmt Franz Stelzhammer (44), der einst selbst zur Weltmeistermannschaft gehörte und noch immer Wettbewerbe bestreitet. Die neun Mitglieder der aktuellen WM-Gruppe, betreut von Josef Strauß und Robert Mayr, sind zwischen 20 und 28 Jahre alt. Bei den Landesmeisterschaften 2008 stellten sie mit 29,77 Sekunden einen inoffiziellen Weltrekord im Löschangriff auf. Diese Zeit hat man heuer im Mai bei einem Demonstrationsbewerb in der Pause des Bundesliga-Fußballspiels SV Ried gegen Mattersburg noch einmal unterboten. Der Rekord steht jetzt bei sensationellen 28,63 Sekunden. Ähnliche Zeiten traut man auch der FF Ebersegg aus Kleinraming zu. Sie ist der zweite oberösterreichische Vertreter in Ostrau. „Ich glaube, der Titel bei den Männern wird zwischen Weeg und Ebersegg entschieden,” erwartet Grieskirchens Bezirksfeuerwehrkommandant Josef Schwarzmannseder ein oberösterreichisches Duell um die WM-Krone.
Vor vier Jahren in Kroation hatte es einen dreifachen österreichischen Triumph gegeben: Weeg siegte vor Götzendorf (Stmk) und Peilstein. „Die stärksten ausländischen Konkurrenten kommen aus Slowenien, Deutschland und Südtirol,” erwartet Franz Stelzhammer einen harten Kampf. Wobei der WM-Staffellauf im Vergleich zu nationalen Bewerben noch um drei Hindernisse erschwert wird: eine Hürde, einen Schwebebalken und ein Rohr.
Während die Männer von Weeg mit viel Routine zur WM reisen, sind die Frauen der FF Unterstetten WM-Neulinge im Alter zwischen 17 und 22 Jahre. Die Mädchen sind topfit und trainieren unter der Leitung von Mag. Alexander Pöttinger bis zu dreimal wöchentlich für das große Ereignis. Unterstetten-Kommandant Dr. Josef Moser: „Eine Platzierung im ersten Drittel wäre schon ein großer Erfolg.” Der Bezirkskommandant traut den Unterstettnerinnen sogar einen Medaillenplatz zu. Die Landl-Feuerwehren dürfen mit kräftiger Unterstützung aus der Heimat rechnen. Sowohl aus Wendling als auch aus Tollet werden Fan-Busse nach Ostrau reisen, um ihre Feuerwehren anzufeuern.
Neben Weeg, Ebersegg und Unterstetten haben sich auch noch eine Sportwettkampfgruppe aus Frankenburg und drei Jugendgruppen aus dem Mühlviertel für die Weltmeisterschft qualifiziert. Die gesamte österreichische Abordnung umfasst 272 Teilnehmer und Kampfrichter. Delegationsleiter ist der Grieskirchner Bezirkskommandant Josef Schwarzmannseder: „Die Aufgabe wird nicht ganz leicht, weil alle 5.000 Teilnehmer in einem Studentenwohnviertel einquartiert werden. Da ist es nicht einfach, den Überblick zu bewahren.”
Da kommt Schwarzmannseder seine große Erfahrung zugute. Der 57-jährige gehört immerhin seit 42 Jahren der Grieskirchner Feuerwehr an, seit 29 Jahren ist er im Kommando tätig, seit sechs Jahren als Bezirkskommandant.

Die Frauen der FF Unterstetten

