22. Mai 2012

AKTUELLES

Der beste April aller Zeiten sorgt für ein reichliches Angebot

Früher Saisonstart – Frischgemüse vom Freiland

Nach dem Wetter-Desaster im Vorjahr scheint heuer für die Gemüsebauern, was die Ernte betrifft, die Sonne. Der beste April aller Zeiten hat dem Freilandgemüse zu einem frühzeitigen Saisonstart verholfen. Teilweise ist das Angebot so groß, dass die Preise in den Keller rasseln.


Der April tut, was er will, sagt der Volksmund. Heuer hat er getan, was die Gemüsebauern wollen. Es gab in Oberösterreich die höchsten Temperaturen (4,9 Grad über dem langjährigen Durchschnitt) und die geringsten Niederschläge (ein Fünftel der Normalmenge), seit es Aufzeichnungen gibt. Der Mai wartete mit einem feuchtwarmen Schwammerlwetter auf.„Dadurch ist alles extrem schnell gewachsen, und es gibt bereits seit drei Wochen eine große Gemüsevielfalt aus dem Freilandanbau,” sagt Ing. Stefan Hamedinger, Geschäftsführer des OÖ-Gemüse- und Obstbauverbandes.

Dabei standen die Vorzeichen nach dem langen, kalten Winter gar nicht gut. Die Frühgemüsesorten konnten Ende März erst mit zwei Wochen Verspätung gepflanzt werden. Hamedinger: „Da sind schon alle auf Nadeln gesessen.”

Aus dieser Verzögerung wurde bis Mitte Mai ein Zeitvorsprung bei der Ernte. Das hatte den Nachteil, dass es bereits oberösterreichischen Freilandsalat gab, als noch große Mengen Foliensalat aus dem Burgenland und der Steiermark am Markt waren. Die Folge war ein Preisverfall, und erhebliche Mengen Salat sind am Feld ausgewachsen.

Das aktuelle frische Freilandangebot der Eferdinger Gemüsebauern reicht von Erdbeeren, Spargel, Jungzwiebeln und Rhabarber über Blattgemüse (Kopfsalat, Rucola, Mangold, Spinat…), Kohlgemüse (Kohlrabi, Frühkraut, Karfiol, Brokkoli…), Wurzelgemüse (Radieschen, Bierradi, Karotten) und Gewürzkräuter (Petersilie, Dill, Melisse, Oregano…) bis zu den „Jungen Eferdingern”, den beliebten Landl-Erdäpfeln. Kein Wunder, dass bei diesem Angebot die fesche Julia (Bild) Lust auf Gemüse bekommt. Bleibt zu hoffen, dass das Wetter weiterhin mitspielt, und es zu keinem Desaster wie im Vorjahr kommt, wo im Juni und August heftige Unwetter riesige Schäden angerichtet haben.

In Oberösterreich gibt es etwa 200 familiäre Gemüsebaubetriebe, die auf 1.550 Hektar (ohne Erdäpfel und Erdbeeren) mehr als 70 verschiedene Gemüsearten anbauen. 65 Prozent davon wachsen im Eferdinger Landl.