TIERE
Kolumne von Dr. Peter Kollmann
Flöhe - keiner will sie, viele haben sie!

Dr. Peter Kollmann, Gaspoltshofen, Tel. 07735/6943
Mit Frühlingsende/Sommeranfang beginnt in unseren Breiten eine wahre Flohexplosion. Am schlimmsten sind davon unsere vierbeinigen Freunde betroffen, mitunter auch wir Menschen. Flöhe lieben warme Temperaturen und hohe Luftfeuchtigkeit. Daher stehen gerade Hunde auf ihrem „Speiseplan”.
Die Flöhe machen sich in vier Entwicklungsstadien auf jedem Terrain breit: 50 Prozent der Flohpopulation sind Eier, 35 Prozent Larven, 10 Prozent Puppen und der weitaus geringste Teil mit etwa 5 Prozent sind erwachsene Flöhe.
Ist erst einmal ein einziges Flohweibchen auf dem Fell eines Hundes gelandet, beginnt es sofort Unmengen von Eiern zu legen. In einem Zeitraum von nur wenigen Wochen legt es täglich rund 50 Eier. Diese bleiben natürlich nicht alle im Fell des Hundes, sondern werden großteils abgeschüttelt. Die Eier selber sind bis zu 2 mm lang, oval und weißlich gefärbt. Sie gleiten aufgrund ihrer glatten Oberfläche leicht aus dem Fell und verschwinden sehr rasch in Körbchen, Teppichen, Sofas, Parkettritzen usw.
Nach 1 bis 10 Tagen, abhängig von den Umgebungsbedingungen, schlüpfen aus den Eiern die Flohlarven. Diese sind ständig auf der Suche nach organischer Nahrung, wozu Hautschuppen, aber vor allem der Kot erwachsener Flöhe dienen. Sie halten sich meist an dunklen, lichtabgewendeten Orten auf, da direkte Sonneneinstrahlung und eine Feuchtigkeit von unter 40 % zu ihrem vorzeitigen Absterben beitragen.
Mit Abschluss des Larvenstadiums spinnen sie sich in einen etwa 5 mm langen Kokon ein, den man Puppe nennt. Dieser als Metamorphose bekannter Entwicklungsverlauf macht die äußere Oberfläche klebrig, was dazu führt, dass sie sich mit einer Staubschicht eindecken können. Somit können sie relativ unbeeiträchtigt durch ihre Umgebung das letzte Reifestadium durchlaufen und bereits nach einer Woche zum Schlüpfen bereit sein. Sind die Umgebungbedingungen schlecht, kann sich dieses Stadium bis zu sechs Monaten hinziehen.
Stimmen jetzt die auslösenden Reize, Wärme und Bodenerschütterung, in diesem Stadium günstig überein, ist dies ein Zeichen für den Floh, seinen Kokon zu verlassen und sofort sein Opfer zu bespringen. Somit ist der Kreislauf der Flöhe geschlossen.
Um eine wahrhaft explosionsartige Vermehrung dieses Ungeziefers zu vermeiden, sollte der Hundebesitzer diesen Entwicklungskreislauf der Flöhe unterbrechen. Es gibt mehrere Möglichkeiten für den Hundehalter diesem Problem zu Leibe zu rücken:
- Flohband
- Flohshampoos zum Waschen des Fells
- Flohpulver zum Einstäuben des Fells
- Flohsprays für den Hund sowie seine Umgebung
- Tabletten sind für den Hund ungefährlich, zerstören aber den „Flohkreislauf”
- Vernebler zum Ausgasen der Räumlichkeiten

