22. Mai 2012

GESUNDHEIT

KOLUMNE von Mag. Wolfgang Rizy

Pflanzliche „Evergreens”


Mag. Wolfgang Rizy Dreifaltigkeitsapotheke Grieskirchen

Der Trend hin zu milden, pflanzlichen Beruhigungs- beziehungsweise Schlafmitteln und weg von den stärker wirksamen chemischen Substanzen hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Diese Entwicklung ist in einer sehr kritischen Nutzen-Risikobewertung begründet. Gleichzeitig dazu besinnen sich große Bevölkerungsteile zurück auf eine naturgemäßere Verhaltensweise mit entsprechenden Lebens- und Ernährungsgewohnheiten.
Damit verbunden hat sich auch die Einstellung gegenüber Arzneimitteln geändert, was sich in einem verstärkten Interesse an pflanzlichen Zubereitungen sowohl bei Arzt und Apotheker als auch beim Patienten widerspiegelt. Bei den weit verbreiteten Befindlichkeitsstörungen wie Nervosität, innere Unruhe, Schlafstörungen und allgemeine Stresssymptomatik, gelten mehr und mehr pflanzliche Präparate als Mittel der Wahl.
Der Baldrian wird in die Gruppe der beruhigenden und schlaffördernden Pflanzen eingeordnet. Er hat aber auch aufhellende und nervenstärkende Wirkung. Baldrian wird nicht umsonst als „Gleichrichter” bezeichnet, der ausgleichend auf Psyche und Vegetativum wirkt. Er fördert den Schlaf - und ebenso das Wachsein.
Wann ist Baldrian angezeigt? Bei Unruhe und Gedankenflucht, Schlaflosigkeit infolge innerer Unruhe, Neigung zu Schwindel- und Ohnmachtsanfällen, nervösem Bewegungsdrang, Würgegefühl bei Aufregung.
Frischer Hopfen enthält pflanzliche Hormone, deren Wirkung den weiblichen Hormonen (Östrogenen) entsprechen. Darauf beruht seine speziell dämpfende Wirkung auf den Mann sowie die gute Wirkung bei Wechselbeschwerden der Frau. Der Hopfen ist ein  mildes Beruhigungsmittel, wobei aber die schlaffördernde Wirkung besonders ausgeprägt ist.
Wann ist Hopfen angezeigt? Bei Wechselbeschwerden der Frau, Schlaflosigkeit, oft in Zusammenhang mit Verdauungsbeschwerden, nervösem Reizmagen.
Die Melisse ist ein Heilkraut für den sanften, besorgten Typ. Sie wirkt ebenfalls anregend und beruhigend, was besonders zaghaften Menschen mit nervösen Depressionen zugute kommt. Bei allen Störungen, die unter dem Sammelbegriff „vegetative Dystonie” zusammengefasst werden, wie nervöse Herzbeschwerden, Neigung zu Magen- und Darmbeschwerden, geistige Ermüdung, nervös ausgelöste, migräneartige Kopfschmerzen, wird Melisse mit Erfolg angewendet.
Wann ist also Melisse angezeigt? Bei nervöser Reizüberflutung, Neigung zu melancholischem Verzagtsein, auch infolge von Einsamkeit, Einschlafstörungen durch Unruhe und Angst, psychischen Erschöpfungszuständen, Schwindel- und Ohnmachtsneigung.
Diese Heilpflanzen werden seit Jahren erfolgreich bei den einzelnen Beschwerden angewendet. Als Teezubereitungen, Tonika, Bäder und Tabletten oder Dragees, in Einzelform oder als Kombination sind diese „Evergreens” der Pflanzentherapie in Ihrer Apotheke erhältlich.