22. Mai 2012

LANDLER/IN DES MONATS

Johanna Kirchsteiger


Johanna Kirchsteiger

Was wäre die oberösterreichische Küche ohne Krapfen? Um einen traditionellen Genuss ärmer! Ob am Bauernmarkt, bei der Mostkost, im Wirtshaus oder Privathaushalt - frische Krapfen gehen weg, wie die warmen Semmeln. Damit die Kunst des Krapfenbackens nicht mit der älteren Generation ausstirbt, gibt Johanna Kirchsteiger dieses Wissen in Kochkursen an der Bezirksbauernkammer Grieskirchen weiter.

Vor fünf Jahren wurde der Lehrgang erstmals angeboten. Heuer erfreut man sich eines Ansturms wie noch nie. 76 Teilnehmerinnen aus dem ganzen Bezirk haben sich dieser Tage für Kirchsteigers „Krapfenvariationen” angemeldet. So sind aus den geplanten zwei Kursen fünf geworden. „Vor allem die Jüngeren interessieren sich wieder für’s Krapfenbacken,” freut sich Kirchsteiger.

So schnell ein guter Krapfen verspeist ist, so aufwändig ist seine Herstellung. „Drei Stunden sind notwendig,” so Johanna, „schließlich muss man den Germteig richtig ziehen lassen, damit er den besten Geschmack bekommt.” Eine letztgültige Krapfen-Wahrheit gibt es allerdings nicht. „Wenn man zehn Leute fragt, erhält man zehn verschiedene Tipps, und fast an allen ist etwas dran,” weiß die Expertin. Mit ihren Ratschlägen kann jedenfalls nichts schief gehen. Ob Faschings-, Bauern- oder Apfelkrapfen, Kranzl oder Rechenzahn (auch Kakaostangerl genannt) - Johannas Rezepte garantieren Gaumenfreuden und Augenschmaus.

Sie selbst ist von Jugendbeinen an eine leidenschafliche Köchin, die in der Linzer HBLA für Frauenberufe in Ernährungslehre maturiert hat. In die Meisterschaft der Krapfenzubereitung wurde sie von ihrer Schwiegermutter eingeführt. Täglich dankbare Nutznießer von Johanna Kirchsteigers Kochkunst sind ihr Ehemann Siegfried und ihre drei Kinder im Alter von 11, 18 und 20 Jahren. „Sie sind Genießer,” lacht die Mama, die auch für ihre vorzüglichen Wildgerichte bekannt ist. Und einmal im Monat gibt es Krapfen.