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Auf hunderten Grieskirchner Feldern werden Proben gezogen
Düngerpreise sind explodiert – Bodenanalysen helfen sparen

Bodenproben liefern wertvolle Aufschlüsse. Findige Bauern lassen alle fünf bis sieben Jahre ihre Felder analysieren, um den Dünger gezielt einsetzen zu können. Davon profitieren die Landwirte, die Umwelt und natürlich die Konsumenten.
„Was soll ich tun?” Diese Frage gehörte im Vorjahr angesichts der gestiegenen Düngerpreise zum landwirtschaftlichen Alltag. Die Antwort ist klar: Dünger sparen heißt Kosten sparen! Um bedarfsgerecht düngen zu können, ist es notwendig, den Nährstoff- und Humusgehalt seines Bodens genau zu kennen. Deshalb wurde auf Initiative von Agrar-Landesrat Dr. Josef Stockinger eine landesweite Bodenuntersuchungsaktion ins Leben gerufen. Jeder teilnehmende Agrarbetrieb erhält pro Bodenprobe 30 Euro Förderung, was etwa 50 Prozent der Kosten abdeckt.
Als erste haben die Grieskirchner Bauern dieses Angebot aufgegriffen. „Wer schnell hilft, hilft doppelt,” sagt Ing. Robert Gaubinger, Wirtschafsberater der örtlichen Bezirksbauernkammer. „Deshalb haben wir bereits an jede Ortsbauernschaft einen Bodenbohrer ausgegeben. Zwischen 11. und 26. Februar werden die Proben entnommen,” so der 46-jährige Experte für Pflanzenproduktion und Ackerbau aus St. Georgen bei Grieskirchen.
Robert Gaubinger rechnet damit, dass sich mindestens zehn Prozent der 2.000 Landwirte im Bezirk an der Aktion beteiligen. Jeder Bauer sollte zumindest vier Felder analysieren lassen. So werden demnächst an die 1.000 Grieskirchner Ackerböden analysiert. Gaubinger: „Mitte März erwarten wir die Ergebnisse. Dann beraten wir die Landwirte, welche Schlüsse sie aus den gewonnenen Erkenntnissen ziehen können.” Landesweit rechnet man heuer mit 20.000 Bodenproben, die Aufschlüsse über die Bodengesundheit und Wasserqualität liefern werden.
Weniger Dünger schont die Umwelt und entlastet das Betriebsmittelbudget der Bauern spürbar. Immerhin machen Düngemittel etwa ein Viertel der Bewirtschaftungskosten aus. Pro Hektar sind das beispielsweise bei Rüben im Schnitt etwa 400 Euro und bei Futterweizen 250 Euro. Im Vorjahr stiegen die Preise für Kali- und Phosphordünger um bis zu 300 Prozent, bei Stickstoffdünger haben sie sich verdoppelt. Ähnlich wie beim Erdöl liegen die Gründe dafür auch vorwiegend in Spekulationsgeschäften. „So wurde etwa durch Verknappung der Preis hochgetrieben,” weiß Robert Gaubinger.
Der Harnstoffpreis ist mittlerweile wieder um die Hälfte gesunken. Weltweit größter Produzent dieses Stickstoffdüngers ist der kleine Inselstaat Trinidad & Tobago in der Karibik.

