20. Mai 2012

GESUNDHEIT

GESUND BLEIBEN – Kolumne von Mag. Wolfgang Rizy

Arzneimittel können sich auf Verkehrssicherheit auswirken


Mag. Wolfgang Rizy

Rasende Kopfschmerzen, quälende Magenschmerzen oder Herzprobleme - Arzneimittel heilen und sorgen für Wohlbefinden. Für viele Menschen sind sie sogar lebenswichtig. Und doch haben Arzneimittel mitunter neben den erwünschten auch unerwünschte Nebenwirkungen für Verkehrsteilnehmer. Ein gewisser Prozentsatz der im Handel befindlichen Arzneimittel kann beispielsweise das Reaktionsvermögen beeinträchtigen.

Eine Tatsache, die besonders im Straßenverkehr gefährliche Folgen haben kann. So ist in Deutschland jeder vierte Unfall direkt oder indirekt auf die Einnahme von Tabletten, Tropfen oder Zäpfchen zurückzuführen. Für Österreich gibt es kein statistisches Material, doch werden sich in unserem Land die Zahlen nicht grundlegend unterscheiden. Aber nur wenige Menschen sind auch wirklich darüber informiert. Viele Verkehrsteilnehmer, die Medikamente einnehmen, wissen nicht, dass dadurch ihre Fahrtüchtigkeit beeinflusst werden kann.

Im Gegensatz zu Alkohol ist die Wirkung von Arzneimitteln von Fall zu Fall unterschiedlich zu beurteilen. Ob ein Medikament die Verkehrssicherheit beeinflusst, hängt von verschiedenen Faktoren ab. So spielen beispielsweise Alter, Geschlecht, Körperbau und Gewicht eine entscheidende Rolle. Manche Präparate schränken die Verkehrstüchtigkeit nur kurz nach der Einnahme ein, andere wiederum über einen längeren Zeitraum.

Dementsprechend lassen sich für Arzneimittel auch keine Grenzwerte wie die Promillegrenze bei Alkohol festlegen. Um sicher zu gehen, fragen Sie daher beim Kauf eines Arzneimittels in Ihrer Apotheke nach möglichen Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit. Bei ärztlichen Verordnungen empfiehlt es sich, den verschreibenden Arzt zu kontaktieren.

Doch bei aller Vorsicht darf man eines nicht vergessen: Ob bei Heuschnupfen, Bluthochdruck oder anderen Beschwerden - viele Menschen können erst mit Hilfe von Tabletten am Straßenverkehr teilnehmen.

Zu Ihrer Information sind hier einige Arzneimittelgruppen, die die Verkehrstüchtigkeit einschränken können, angeführt. Das sind besonders Arzneimittel gegen:

- Starke Schmerzen (bei Morphinen absolutes Fahrverbot!)

- Hustenreiz

- Herz-Kreislauf-Beschweren und Bluthochdruck

- Allergien

- Diabetes

- starke Muskelverspannungen

- Augenkrankheiten

- Wirkung auf die Psyche

Wenn Sie Arzneimittel einnehmen und nicht sicher sind, ob Sie im Straßenverkehr noch optimal reagieren können, sollten Sie die Hände vom Lenkrad lassen. Bedenken Sie, dass Ihr Medikament unter Umständen für Sie lebenswichtig ist. Daher: Stoppen Sie nicht Ihr Medikament, verzichten Sie lieber auf Ihr Fahrzeug, auch im Interesse der anderen Verkehrsteilnehmer.