20. Mai 2012

LANDLER/IN DES MONATS

Johann „Sihdi” Einsiedler

Johann Einsiedler ist in der internationalen Welt des Faustballs bekannt - Verzeihung! - wie ein bunter Hund. Doch niemand nennt ihn Johann oder Hans - er ist für alle der „Sihdi”. Ein Wortspiel mit seinem Namen, das auf Karl May beruht. Kara Ben Nemsi wurde, wie alle Karl May-Fans wissen, von seinem Diener Hadschi Halef Omar „Sihdi” gerufen - „mein Herr und Gebieter”. Diesen Spitznamen trägt Johann Einsiedler seit seiner Schulzeit, obwohl er eigentlich überhaupt nicht zu seinem Charakter passt. Einsiedler war nie „Herr und Gebieter”, sondern in Sachen Faustball immer ein Diener. 27 Jahre lang hat er seine Freizeit als Sektionsleiter in den Dienst des Union Faustballklubs Grieskirchen gestellt, der seit zwölf Jahren eine Spielgemeinschaft mit Pötting bildet.

Einsiedler ist in Grieskirchen ein Faustballer der ersten Stunde. Er war als junger Spieler dabei, als sich nach der Auflösung des Handballvereins 1967 die Faustballsektion gründete. In den Folgejahren war Grieskirchen eine regionale Faustballhochburg mit drei Vereinen und eigener Stadtmeisterschaft. 1985 stieg die Union Grieskirchen erstmals in Österreichs oberste Spielklasse auf - mit „Sihdi” als Spieler und als Sektionsleiter. Dieses Amt übte er immer mit vorbildlichem Einsatz aus. Zwei Staatsmeistertitel und zwei Europapokalsiege waren der Lohn. „Ich konnte jedes Jahr bei der Weihnachtsfeier sagen, dass wir das erfolgreichste Jahr der Klubgeschichte hinter uns haben,” erzählt Einsiedler lachend. 2008 holte sein Klub den Weltpokal. Ein größerer Triumph ist nicht mehr möglich. „Jetzt hätte er seine Weihnachtsrede umschreiben müssen, daher hat er als Sektionsleiter aufgehört,” witzeln seine Freunde.

Zu Ende ist die Ära Johann Einsiedlers, der von Gattin Helga immer großartig unterstützt wurde und dessen Sohn Stefan mittlerweile Kapitän der Mannschaft ist, erfreulicherweise noch lange nicht. Er wird weiter das Team bei Spielen coachen, den Platzsprecher und Kantineur machen, Linienrichter einteilen… Herr „Sihdi” bleibt ein Diener. DANKE, Johann!