AKTUELLES
Gewalt in Erziehung noch weit verbreitet
Immer mehr Kinder bitten um Hilfe!
2009 ist es 20 Jahre her, dass in Österreich Gewalt in der Erziehung gesetzlich verboten wurde. Seit 1989 heißt es im § 146 a des Allgemeinen Bürgerlichen Gesetzbuches: „Das minderjährige Kind hat die Anordnung der Eltern zu befolgen. Die Eltern haben bei ihren Anordnungen und deren Durchsetzung auf Alter, Entwicklung und Persönlichkeit des Kindes Bedacht zu nehmen; die Anwendung von Gewalt und die Zufügung körperlichen oder seelischen Leides sind unzulässig.”
Leider sieht der Alltag ganz anders aus. „Gewalt in der Familie ist viel weiter verbreitet als man annimmt,” schlägt Mag. Christine Winkler-Kirchberger Alarm. Sie leitet die seit 16 Jahren bestehende oberösterreichische Kinder- und Jugendanwaltschaft (KiJA). Innerhalb der vergangenen vier Jahren hat sich die Zahl der von sich aus bei der KiJA hilfesuchenden Jugendlichen verdoppelt. Christine Winkler-Kirchberger: „Wir sind völlig ausgelastet. 2008 haben wir knapp 2.200 Einzelberatungen durchgeführt, und die Zahl unserer Klienten steigt kontinuierlich an.”
Schon achtjährige Mädchen und Buben wenden sich um Rat und Hilfe an KiJA. In 30 % der Fälle dreht es sich bei den Kindern um Probleme durch Trennung oder Scheidung der Eltern, 20 % der Hilfesuchenden leiden unter psychischer oder physischer Gewalt beziehungsweise unter sexuellem Missbrauch in der Familie, 15 % sind Opfer außerfamiliärer Gewalt.
Gerade zu den Weihnachtsfeiertagen ist die Lage in vielen Familien wieder eskaliert. Die KiJA Informationstelefonnummer: 0732/779777

