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Vor 90 Jahren wurde die Quelle entdeckt, vor 70 Jahren der Ort umgetauft.
Schönau wurde Bad Schallerbach
Man suchte Schwarzes Gold und fand Blaues Gold! Vor 90 Jahren stieß man in der kleinen Landgemeinde Schönau bei Erdölbohrungen auf eine warme Schwefelquelle. Das Heilwasser erlangte Weltruf und spülte den ursprünglichen Namen der Gemeinde weg. Vor 70 Jahren wurde Schönau in Bad Schallerbach umgetauft.

Fast niemand, der heute von Bad Schallerbach spricht, weiß noch, dass diese Gemeinde eigentlich Schönau hieß. Das 834 Hektar große Dorf Schönau bestand aus den Ortschaften Gebersdorf, Kumpfhub, Schönau und Schallerbach. In dieser aus 39 Häusern bestehenden Streusiedlung Schallerbach versuchte der aus Galizien stammende Erdölindustrielle Dr. Max Silberberg 1918 eine Einnahmequelle zu erschließen. Nachdem zuvor Bohrungen in Wallern gescheitert waren, ließ er nun in Schallerbach nach Erdöl bohren.
Das ging schief. Statt Öl entdeckte man in 461,3 m Tiefe Thermalwasser, dem bald mehrere Gutachten Heilwirkung zugestanden. Von nun an ging es schnell. Die Kunde vom heilkräftigen Wasser lief per Mundpropaganda durch’s ganze Land. Von nah und fern strömten die Menschen herbei, um in dem 36 Grad warmen Schwefelwasser zu baden, das ungenützt in die Trattnach floss – mehr als 60 Liter pro Sekunde!
Das sollte sich ändern. Das Land Oberösterreich und die Gemeinden Wallern und Schönau gründeten 1921 die Schwefelbad Schallerbach GesmbH. Max Silberberg wurden um 6,25 Millionen Kronen sämtliche Rechte abgelöst. Das entsprach später etwa 9,3 Millionen Schilling. Mit dieser Investition setzte in Schönau ein Bauboom ein. Das kleine Dorf wurde um Prachtbauten erweitert, die zum Teil noch heute stehen. Das erste Badehaus, Kurhäuser, das Rathaus, Hotels, Pensionen, Villen… wurden errichtet. „Diese Entwicklung ist untrennbar mit dem Namen von Architekt Mauriz Balzarek verbunden,” erklärt Oberstudienrat Alfred Rockenschaub, der als Pensionist die ganze Gemeindegeschichte penibel genau dokumentiert hat (siehe Landler des Monats, Seite 2).
1924 wurde Schönau zum Kurort mit ganzjährigem Betrieb erklärt. Das neue Heilbad machte rasch Schlagzeilen. „Der Badebetrieb ist in Schallerbach einzigartig in der Welt,” schrieb beispielsweise 1930 ein Wiener Arzt in einem medizinischen Fachblatt. Auch wenn in dieser Zeit schon häufig von Bad Schallerbach die Rede war, so hieß damals die Gemeinde noch immer Schönau. Das änderte sich erst am 3. Juni 1938. Mit diesem Datum wurde Schönau offiziell in Bad Schallerbach umgetauft. 1946 erhob der Landtag den Kurort zum Markt.
Die Erfolgsgeschichte Bad Schallerbachs gipfelte im Herbst 2005 in der Eröffnung des EurothermeResorts mit dem ****Hotel Paradiso. 2007 war Bad Schallerbach mit 734.000 Thermengästen die meistbesuchte Therme Österreichs. Die Nummer 1 unter den Thermalorten!

