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Landler-Ehepaar berichtet aus Myanmar
Protest der Mönche blieb ohne Wirkung
Vor einem Jahr haben Bilder aus Myanmar die Welt erschüttert. Die Militärdiktatur ließ friedlich demonstrierende Buddhistenmönche verhaften und töten. Jetzt herrscht wieder Ruhe im Goldenen Land. Friedhofsruhe! Ein Ehepaar aus Bad Schallerbach hat nun das ehemalige Burma bereist und wunderbare Menschen getroffen: „Für sie ist das Geben alles!”

Das Apotheker-Ehepaar Mag. Andrea und Dr. Gunter Wenninger-Weinzierl aus Bad Schallerbach war knapp drei Wochen in Myanmar unterwegs.
Myanmar wird seit 46 Jahren von Militärs regiert und drangsaliert. Die Generäle haben das Goldene Land, wie Myanmar wegen seiner hunderttausenden Pagoden mit ihren goldglänzenden Dächern genannt wird, heruntergewirtschaftet. Das einst reiche Holz- und Agrarland zwischen Indien, China und Thailand wurde beispielsweise zum Reisimporteur.
Myanmar ist ein Vielvölkerstaat, in dem Dutzende Volksgruppen unterdrückt werden. Sie leben vielfach unter ärmsten Bedingungen in militärischen Sperrgebieten. „Wir haben lange überlegt, ob wir in dieses Land reisen sollen. Schließlich spricht angesichts der Militärdiktatur viel für einen Tourismusboykott. Andererseits bringt der Tourismus der Bevölkerung auch willkommene alternative Einkommensquellen,” sagt Dr. Gunter Wenninger-Weinzierl. Der Apotheker aus Bad Schallerbach ist ein Experte für asiatische Medizin und hat schon mehr als zehn Asienreisen hinter sich. Mit seiner Ehefrau Andrea ist er soeben von einer dreiwöchigen Reise durch Myanmar heimgekehrt.
„Es war mein erster Besuch in einem buddhistischen Land. Und ich kann nur sagen, es ist ein traumhaft schönes Land mit wunderbaren Menschen. Für Buddhisten ist geben alles, auch wenn sie selbst nichts haben,” erzählt Wenninger-Weinzierl. Jeder zehnte Mensch in Myanmar ist Mönch. „Jede Familie versucht zumindestens einen Sohn in einem Kloster unterzubringen. Es gibt aber auch buddhistische Nonnenklöster.” Die kleinsten Klöster beherbergen nur eine Handvoll Mönche, die größten bis zu zu 1.300.
Die buddhistischen Priester in ihren rotbraunen Gewändern beherrschen das Alltagsbild in Myanmar. Sie gehen mit großen Schalen durch den Ort und erhalten von der Bevölkerung Nahrungsmittel, weshalb sie gerne als Bettelmönche bezeichnet werden. „Das ist aber falsch,” erklärt Gunter Wenninger-Weinzierl. „Jeder gläubige Buddhist ist dankbar dafür, wenn ein Mönch etwas von ihm annimmt. Das verbessert seine Chancen auf ein besseres Leben nach der Wiedergeburt, die im Zentrum ihres Glaubens steht.”
Auch Fremden gegenüber sind die Birmanen überaus großzügig und freigiebig. Selbst in den ärmsten Behausungen ist die Gastfreundschaft oberstes Prinzip. Die enge Verflechtung zwischen den Mönchen und der breiten Bevölkerung hat im September 2007 auch zum Aufstand gegen die Diktatur geführt. Nachdem zuerst der Treibstoff und dann auch die Preise für Lebensmittel um bis zum Fünffachen teurer geworden sind, haben sich die Mönche auf die Seite der darbenden Menschen gestellt. Sie sind in Massen zum stillen Protest auf die Straße gegangen. Die Diktatoren antworteten mit Gewalt. Soldaten stürmten Klöster, Mönche wurden verhaftet und auch getötet. Die Zahl der Opfer ist bis heute unklar. Jetzt fügen sich die friedliebenden Buddhisten wieder ihrem Schicksal. Wenninger-Weinzierl: „Es gibt keine Unruhen mehr. Die Militärs haben das Land wieder unter Kontrolle.”
Das Apotheker-Ehepaar aus Bad Schallerbach reiste in einer sechsköpfigen Gruppe aus Österreich. Unter der Führung des Völkerkundlers und Asienexperten Robert Schmid aus Kärnten besuchte man auch Dorfgemeinschaften von Minderheiten, beispielsweise der Volksstämme der Shan und der Padaung. „Als Begleitung wurde uns eine touristische Führerin zugeteilt. Vor allem im Norden Richtung chinesischer Grenze, wo viele unterdrückte Ethnien leben, mussten wir alle zehn Kilomter eine Straßensperre des Militärs passieren. Hier brauchten wir auch eine Sondererlaubnis, für die wir extra bezahlen mussten,” berichtet der 54-jährige Apotheker. Trotzdem kann er sich vorstellen, „dass ich wieder hinfahre.”
Grieskirchner führt größtes Reisebüro

Yangun, früher Rangun genannt, ist die größte Stadt Myanmars. Hier trafen Andrea und Gunter Wenninger-Weinzierl den aus Grieskirchen stammenden Werner Rumpf (Bild). Der ehemalige Torhüter des SV Grieskirchen lebt seit mehreren Jahren in Myanmar und betreibt dort mit „Sunbird” das größte Reisebüro im Lande. Er beklagt, dass nach der Niederschlagung des Protest der Mönche der Tourismus im ehemaligen Burma im Vergleich zu vor zwei Jahren auf ein Zehntel zurück gegangen ist.

