20. Mai 2012

TIERE

Schwarzkittel zerstören Felder:

Wildschweine ärgern Bauern

In den bevorstehenden Wildwochen sind sie eine Delikatesse auf den Speisekarten, doch die Bauern haben mit den vermehrt auftretenden Wildschweinen wenig Freude. Die Schwarzkittel zerstören auf der Futtersuche Wiesen und Felder. In Ried, Braunau und Vöcklabruck setzt man nun Abwehrmaßnahmen.

Für die Landwirte im Landl sind die Wildschweine noch kein großes Problem. In der Jagdsaison 2007/2008 wurde im Bezirk Grieskirchen kein einziges Stück Schwarzwild erlegt, in Eferding waren es 13, in Schärding 37. Anders ist die Situation in Ried, wo man 72 Wildschweine zur Strecke brachte, und vor allem in Vöcklabruck mit 233 und in Braunau mit 368 Abschüssen. Insgesamt weist die Jagdstatistik für das Vorjahr in Oberösterreich 1.307 erlegte Wildschweine aus, österreichweit waren es 33.778.

In den waldreichen Bezirken Braunau, Vöcklabruck und Ried bereitet die zunehmende Wildschweinpopulation den Bauern großen Ärger. Die Tiere kommen vorwiegend aus dem Kobernaußerwald oder Sauwald und graben auf der Futtersuche Wiesen und Felder förmlich um. Zu den Leibgerichten der Wildschweine gehören unter anderem Mais, Hafer, Eicheln und Larven.

Die Tiere drängen aus Bayern und Tschechien nach Oberösterreich. „Sie sind sehr gute Schwimmer und überqueren problemlos Inn und Donau,” so der Wildbiologe Mag. Christopher Böck vom OÖ-Jagdverband. „Warme Winter begünstigen ebenfalls die Wildschweinpopulation. Eine Bache bringt bis zu zwölf Frischlinge zur Welt.”

Zur Normalisierung des Wildschweinbestandes sind die Jäger in Ried, Braunau und Vöcklabruck nun per Erlass zu verstärkten Jagdmaßnahmen angehalten, Ablenkfütterungen und das Anlocken des Wildes wurden genau geregelt. Die Schwarzwild-Hege bleibt landesweit verboten.