20. Mai 2012

AKTUELLES

Derzeit droht vor allem von Wechselbetrügern Gefahr

Dreiste Gauner haben Senioren im Visier

Da spart man ein Leben lang, und dann ist das Geld förmlich im Handumdrehen weg. Dreiste Gauner nehmen immer häufiger gezielt Senioren als Opfer ins Visier. Im Vorjahr ist die Zahl dieser Kriminalfälle drastisch angestiegen.


Sicherheitsdirektor Dr. Alois Lißl

„Wir haben auf diese Entwicklung reagiert und die Aktion ,Sicher im Alter’ ins Leben gerufen,” erklärt Oberösterreichs Sicherheitsdirektor Dr. Alois Lißl. Skrupellose Trickbetrüger, Taschendiebe und Räuber suchen sich bevorzugt Senioren als Opfer ihrer kriminellen Handlungen. Häufig sind es Einzeltäter aus Ost- und Südeuropa, sogar aus Südamerika kommen die Verbrecher zu ihren Streifzügen nach Österreich.

Derzeit besonders beliebt ist der Geldwechseltrick. „In Braunau haben wir gerade eine ganze Serie solcher Taten gehabt,” so Lißl. „Die Täter bitten ihre älteren Opfer, eine Münze zu wechseln und entwenden ihnen dabei das Papiergeld aus der Geldbörse.” Die Bestohlenen merken meist erst viel später die Gaunerei, so dass die Ausforschung der Täter sehr schwierig wird.

In der Tiefgarage am Linzer Südbahnhof wurden erst vor wenigen Tagen einem 79-jährigen Pensionisten mit dem Wechselschmäh 1.000 Euro aus der Brieftasche entwendet. Er hatte das Geld zuvor an einem Bankomat abgehoben und war dabei vom Täter beobachtet worden.

Sehr häufig bedienen sich sprachgewandte und psychologisch geschickt vorgehende Täter des „Neffen- oder Nichtentricks”. Sie rufen gezielt alte Leute an, geben sich als Enkel oder sonstiger Verwandter aus, täuschen eine finanzielle Notlage vor und bitten, kurzfristig Geld ausleihen zu können. Damit der Schwindel nicht auffällt, schickt der vermeintliche Verwandte zum Abholen des Geldes einen Komplizen oder eine Mittäterin vor, weil er selbst wegen eines dringenden Termins gerade keine Zeit habe.

Auch Taschendiebe sehen sich mit Vorliebe nach älteren Menschen um. Ihr Tätigkeitsfeld sind vor allem Einkaufszentren, Bahnhöfe und Straßenbahnen. Sicherheitsdirektor Alois Lißl: „Im Sommer hatten die Taschendiebe heuer neuerlich Hochbetrieb. Besondere Vorsicht ist wieder im Einkaufsgedränge der Vorweihnachtszeit geboten.”

Insgesamt wurden heuer in den ersten acht Monaten in Oberösterreich 49.835 Straftaten (- 6,4 % gegenüber 2007) angezeigt. Aufklärungsquote: 48,6 Prozent (- 1,2 %).