20. Mai 2012

TIERE

2007 wurden in Österreichs Labors 200.000 Tiere gequält

Linzer Forscher entwickelten Ersatztests für Tierversuche


Der Philosoph Arthur Schopenhauer hat es auf den Punkt gebracht: „Jeder dumme Junge kann einen Käfer zertreten, aber alle Professoren der Welt können keinen herstellen.” Das können auch die sich im Linzer „zet” engagierenden Wissenschafter nicht, doch sie sind in der Lage, Tierleid zu verhindern, indem sie Alternativen zum Tierversuch erforschen.
Das „zet” ist eine gemeinnützige Forschungseinrichtung, die sich zum österreichischen Zentrum für den wissenschaftlichen Kampf gegen die Tierquälerei entwickelt hat. Unter dem Vorstandsvorsitzenden Dr. Harald Schöffl, Oberarzt im AKH Linz, startete man 2007 den Aufbau eine Labors für Grundlagenforschung. Geleitet wird es vom deutschen Biologen Professor Dr. Jürgen Frank (Bild). Die Finanzierung ist vorerst für sechs Jahre gesichert. Das Geld kommt vom Land Oberösterreich und aus der Privatstiftung.
Die Forschungen in Linz gehten sehr gut voran. So wurde beispielsweise an der Entwicklung dreidimensionaler Hautersatzmodelle mitgearbeitet. Diese dienen dazu, die Wirkung von Kosmetika, Pharmazeutika, Wasch- oder Putzmittel auf die Haut zu testen. Diese Tests werden ab 2009 EU-weit viele Tierversuche mit Mäusen, Ratten und Kaninchen ersetzen.
Ein „zet”-Forschungsschwerpunkt wird in den nächsten Jahren die Entwicklung dreidimensionaler Zellkulturen sein, mit denen man die Funktion der menschlichen Leber simulieren will. „Dann könnte man etwa die Verträglichkeit von Medikamenten oder ihre Toxizität ohne Tierversuche überprüfen,” so Dr. Jürgen Frank.
Von „zet” mitentwickelt wurde der so genannte Hühnerei-Test. Dabei wird das zu testende Putzmittel auf die unter der Schale eines bebrüteten Hühnereis liegende Haut aufgetragen.  So stellt man fest, ob die Testsubstanz reizend ist oder nicht. Diese Methode kann vielen Versuchstieren Leid ersparen. Vor allem den Kaninchen, die keine Augenflüssigkeit haben und sich daher für Augenreiztests besonders eignen. Die Folgen dieser Versuche reichen von leichten