TIERE
KOLUMNE von Tierarzt Dr. Peter Kollmann
Hausstaubmilbe ist ein Problem für Mensch und Tier

Dr. Peter Kollmann Gaspoltshofen, Tel. 07735/6943
Um dieses Problem zu beseitigen, sollte man einige grundlegende Dinge beachten. Die Hausstaubmilben sind weit verbreitet und medizinisch von Bedeutung als Erreger von Allergien beim Menschen sowie bei Hund und Katze. Der natürliche Lebensraum der Hausstaubmilben ist das Bett. Hier finden sie ausreichend Nahrung sowie günstige Entwicklungsbedingungen. Sie kommen aber u. a. auch in Teppichen vor.
Die Milben leben also in enger Anbindung an Mensch und Tier und ernähren sich hauptsächlich von Hautschuppen und Schimmelpilzsporen. Von den 1,5 Gramm Schuppenmaterial, die ein erwachsener Mensch pro Tag verliert, können sich eine Million Milben über einen längeren Zeitraum ernähren. Milben sind also auch in nicht dauerhaft bewohnten Räumen anzutreffen.
Die Milben erzeugen starke Allergene. Bei Mensch und Tier rufen diese Allergene allergische Reaktionen vor allem an den Atmungsorganen hervor, so Rhinitiden und Asthma. Diese treten häufig nachts bzw. morgens auf, wenn die Patienten im Bett liegen, sowie beim Bettenmachen. Dabei können die Asthmaanfälle so stark sein, daß eine Notversorgung erforderlich wird.
Relativ häufig werden Hausstaubmilbenallergien bei Kindern und Welpen festgestellt. Die Anfälle treten in der Regel das ganze Jahr über auf. Die Milben können auch schwere allergische Hautreaktionen auslösen. Zu ihrem Nachweis wird überwiegend der Hauttest eingesetzt.
Warum und wie soll auf Hausstaubmilben getestet werden? Für den Menschen ist bekannt, dass eine Senkung der Allergenkonzentration die Ausbildung einer Allergie verhindern kann. Bei allergischen Tieren unterstützt die Senkung der Menge an Allergenen in der direkten Umgebung den Therapieerfolg anderer Maßnahmen, wie z. B. einer Hyposensibilisierung.
Für einen Test wird eine etwa pfirsichgroße Staubprobe benötigt. Diese sollte genügend Feinstaub aus den Wohnbereichen, in denen sich das Tier am meisten aufhält, enthalten. So sammeln Sie den Staub:
1. Nehmen sie einen Kaffee- oder einen Teefilter und klemmen sie ihn zwischen Schlauch und Staubsaugergehäuse ein. Das geschlossene Ende muss in Richtung Staubsaugergehäuse zeigen.
2. Saugen sie die textilen Gegenstände, wie Teppiche oder Schlafplatz des Tieres, mindestens 5 Minuten gründlich ab, am besten mit einer Polsterdüse. Danach kleben Sie den Kaffee- bzw. Teefilter zu und beschriften ihn zur Identifikation. Der Nachweis sowie die Bewertung des Milbenbefalls erfolgt in Labors.
Neben der Desensbilisierung der Patienten spielt zur Verhütung der Hausstaubmilbenallergie vor allem die individuelle Hygiene eine Rolle. Die Entwicklungsbedingungen für Milben können durch Herabsetzen der Luftfeuchtigkeit, Sonnen der Betten, häufiges Saugen der Matratzen und Böden… entschieden verschlechtert werden. Und denken sie daran, dass kein Tier in ein Bett gehört.

