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Landesausstellung als Paukenschlag
Landl erhofft sich Massenansturm
Nach nur drei Wochen verzeichnete die heurige Landesausstellung im Salzkammergut 50.000 Besucher. 2010 rückt das Landl mit der Landesschau „Renaissance und Reformation” in den Mittelpunkt des Landes. Hunderttausende Besucher werden die Region beleben. Die Vorarbeiten laufen auf Hochtouren.
„Renaissance und Reformation” wird die 28. oberösterreichische Landesausstellung. Es ist das erste Mal, dass diese Epoche in Oberösterreich im Mittelpunkt einer großen Schau steht. Ausstellungszentrum wird das Schloss Parz in Grieskirchen sein, das zu den bedeutendsten Renaissanceschlössern im Lande zählt. Der Freskenzyklus mit seinen biblischen Szenen auf der Südseite der Anlage, der um 1580 entstand, den protestantischen Glauben des Burgherren abbildet und vor 20 Jahren wiederentdeckt wurde, ist österreichweit einmalig. Ins Schloss werden etwa drei Millionen Euro investiert. Neben Parz gibt es allerdings noch weitere Ausstellungsorte:
- das Bauernkriegsmuseum Peuerbach
- die Bauernkriegsspiele in St. Agatha
- das Schloss Tollet, wo das Geschlecht der Jörger und ihre Geschichte dargestellt wird
- das Evangelische Museum Rutzenmoos
- Wallern als eine der ältesten und größten evangelischen Gemeinden Oberösterreichs
Koordiniert wird das ganze Projekt vom Grieskirchner Organisationstalent Walter Zauner, dessen Büro in einem Container am Grieskirchner Kirchenplatz bereits jetzt als Informationsstelle dient.
Ziel der Ausstellung ist es, die Renaissance als Epoche des Aufbruchs aus der Enge des Mittelalters zu dokumentieren, in die nicht nur viele technische Erfindungen und neue naturwissenschaftliche Erkenntnisse fallen, sondern auch neue theologische Sichtweisen. Deshalb bildet das Thema Reformation und Gegenreformation einen Schwerpunkt der Landesausstellung.
„Wir werden 2010 ganz bewusst eine Paukenschlag setzen, um zu zeigen, dass für uns mit dem Kulturhauptstadtjahr 2009 die Kultur nicht beendet ist,” verspricht Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer. Grieskirchen will diesen Ball aufgreifen. „Wir wollen die Chance nützen, uns positionieren und als Stadt profitieren,” so Bürgermeister Wolfgang Großruck. Unter anderem werde ein Kulturhaus errichtet, das später als Bibliothek für die Stadt und Pfarre verwendet werden kann. Auch einen Themenweg vom Schloss Parz ins Stadtzentrum werde es geben.
Interessant verspricht auch der Ausstellungsteil in Wallern zu werden. „Es wird ein erlebnispädagogischer Reformationslehrpfad von Bergern in die Ortsmitte eingerichtet,” erzählt Mag. Andreas Hochmeir, seit vier Jahren evangelischer Pfarrer in Wallern. „Neben der Kirche und dem Gemeindezentrum erarbeiten wir sechs Außenstellen. Ein Teil unserer Schau wird auch dem Geheimprotestantismus gewidmet.” Wallern hat eine über 500-jährige evangelische Tradition.

