20. Mai 2012

GESUNDHEIT

von Mag. Wolfgang Rizy, Dreifaltigkeitsapotheke Grieskirchen

P-E-C-H hilft bei Verletzungen


Mag. Wolfgang Rizy

Verletzungen wie Prellungen, Quetschungen, Zerrungen, Dehnungen von Muskeln oder Bändern bezeichnet man mit dem Fachwort „stumpfe Traumen”, wenn dabei die Haut nicht verletzt worden ist. Häufig zieht man sich solche Verletzungen beim Sport oder in der Freizeit zu, aber auch bei der täglichen Hausarbeit besteht immer die Gefahr, dass man sich verletzt. Beim Sport und in der Freizeit sind die Hauptursachen Selbstüberschätzung, übertriebener Einsatz, körperliche Überlastung, aber auch eine mangelhafte Vorbereitung.

In allen Fällen macht sich die Verletzung mit denselben vier Symptomen bemerkbar: Schwellung, Schmerz und eingeschränkte Beweglichkeit des betroffenen Körperteils.

Unmittelbar nach der Verletzung müssen vier Maßnahmen einsetzen, die man sich mit der Faustregel P-E-C-H für Pause, Eiskühlung, Kompression (Druckanwendung) und Hochlegen leicht merken kann. Was man in den ersten Stunden nach Eintritt der Verletzung an Hilfsmaßnahmen versäumt, kann die Heilung um Wochen verzögern oder ganz verhindern. Vor allem der Bandapparat von Sprunggelenk und Knie nimmt Dehnungen und Zerrungen sehr übel und gewinnt nur sehr langsam seine alte Funktion und Belastbarkeit zurück. Nach einer Dehnung oder Zerrung ist außerdem die Stabilität des Bewegungsapparates nicht mehr ganz gegeben. Deshalb riskiert man beim Weitermachen nicht nur, dass das Band, die Sehne oder der Muskel ganz abreißt, auch andere Teile sind plötzlich gefährdet. Deshalb sollte man nach einer eingetretenen Verletzung unbedingt pausieren und den betroffenen Körperteil ruhig stellen.

Neben der Ruhigstellung muss man die Schwellung bekämpfen. Hierzu muss die betroffene Stelle gekühlt und durch Druckanwendung abgeschwellt werden. Beides erreicht man durch Kaltkompressen, die man mit einer elastischen Binde auf der betreffenden Stelle fixiert. Als Kaltkompressen bieten sich auch in Plastik eingeschweißte Gele, welche man im Eisfach herunterkühlt an. Diese sind auch mehrmals verwendbar. Egal ob man mit Eiswürfeln oder mit einer Kältekompresse kühlt, wichtig ist, dass man die Kälteanwendung nach 5 Minuten unterbricht, um Erfrierungen auf der Haut zu vermeiden.

Nach der Versorgung der verletzten Stelle durch Kühlung und Kompression sollte man den betroffenen Körperteil hochlegen. So vermeidet man einen Blutstau und eine Zunahme der Schwellung.

Nach der ersten Versorgung kann man die Entzündung mit Medikamenten aus der Apotheke bekämpfen und die Heilung beschleunigen. Zur äußerlichen Anwendung eignen sich besonders Gele, die durch die Verdunstung einen zusätzlichen Kühleffekt ausüben. Immer beliebter werden auch Sprays, da die Anwendung unkompliziert und eine sehr rasche Wirkung zu erzielen ist.

Nach diesen ersten Maßnahmen sollte man mit einem verletzten Gelenk möglichst bald einen Arzt aufsuchen. Es muss nämlich festgestellt werden, ob es sich wirklich nur um eine banale Verstauchung handelt, oder ob eine ernstere Verletzung dahintersteckt.