20. Mai 2012

GESUNDHEIT

Kolumne von Mag. Wolfgang Rizy, Dreifaltigkeitsapotheke Grieskirchen

Falsche Zahnpflege macht krank


Mag. Wolfgang Rizy

Teller und Besteck nach dem Essen abzuwaschen, ist selbstverständlich. Richtige Zahnhygiene offenbar noch lange nicht. Sonst würden Herr und Frau Österreicher mehr als nur 1 Zahnbürste pro Jahr verbrauchen. Dass ein großer Teil der Bevölkerung an Karies leidet, ist daher nicht verwunderlich. Zahnbeläge, blutendes Zahnfleisch, Mundgeruch und Parodontitis sind die Folgen mangelnder Zahnhygiene.

An den Kosten kann dies wohl nicht liegen, denn auch wenn man mindestens zweimal täglich Zähne putzt und spätestens alle 6 Wochen die Zahnbürste wechselt, bleiben sie niedrig. Etwa 8 Tuben Zahnpaste, 10 Zahnbürsten, Zahnseide und Zwischenraumbürstchen kosten nicht mehr als 150 Euro. Dies sind 40 Cent pro Tag - kein großer Aufwand im Vergleich zum Zahnersatz.

Erstaunlicherweise schrubben viele Kunden noch von links nach rechts. Die richtige Putztechnik: Vom Zahnfleischrand entlang des Zahnes bis zur Kaufläche, wobei möglichst jeder Zahn einzeln geputzt werden sollte.

Für gesundes Zahnfleisch ist die Härte der Borsten zweitrangig, da der Zahnschmelz so hart ist, dass ihm die Borsten nichts anhaben können. Entscheidend ist hingegen der Anpressdruck beim Putzen. Ein zu hoher Druck ist leicht bemerkbar, denn er lässt die Büschel der Borsten rasch verbiegen – dadurch fehlt nicht nur die Reinigungswirkung, sondern das Zahnfleisch kann auch verletzt werden.

Bei den Zahnpasten gibt es eine Vielzahl an Möglichkeiten, wobei bei gesundem Zahnfleisch einmal die persönlichen Vorlieben an Geschmack etc. eine Rolle spielen, jedoch auch eine „Schmirgelwirkung”, wie z. B. bei Anti-Raucherbelag-Pasten gewünscht wird. Bei lädiertem Zahnfleisch sollte man auf Zahnpasten mit Wirkstoffen wie Kamille, Salbei, Ratanhia oder Myrrhe auf Grund der antibakteriellen, pilz- und virushemmenden Wirkung zurückgreifen.

Ist jedoch das Zahnfleisch schon leicht verletzt oder stärker entzündet, bieten Mund- & Zahnfleischsprays eine ganz einfache Form der Anwendung. Ohne umständliches Pinseln, Tupfen oder Gurgeln werden mit Hilfe einer seitlich drehbaren Kanüle jederzeit durch kurzes Sprühen einfach und gezielt auch schwer zugängliche Stellen erreicht. Mit Zusätzen wie Dexpanthenol, das im Körper in Panthothensäure, einen wichtigen Baustein aller Schleimhäute, umgewandelt wird, erfolgt eine rasche Wundheilung.

Die meisten Mund- & Zahnfleischsprays werden ohne Alkohol hergestellt. Beim Sprühen auf die empfindlichen Stellen wird dadurch das - besonders bei Kindern - als unangenehm empfundene brennende Gefühl vermieden. Da diese Sprays auch keinen Zucker enthalten, können sie auch nach dem Zähneputzen als zusätzliche Desinfektion und Pflege angewendet werden. Durch spezielle Rezepturen haften diese Sprays ausgezeichnet auf den Schleimhäuten und können dadurch optimal ihre Effektivität entfalten.

Täglich Zahnhygiene sowie der regelmäßige Zahnarztbesuch bieten somit eine umfassende Vorsorge und zur Behandlung - fragen Sie ihren Apotheker.