04. Februar 2012

LANDLER/IN DES MONATS

Der Student Andreas Propst wandelt auf den Spuren von Friedensnobelpreisträger Muhammad Yunus aus Bangladesh

Auf den Spuren des Friedensnobelpreisträgers Muhammad Yunus aus Bangladesch wandelt der Student Andreas Propst aus Enzenkirchen. Mit elf Studienkollegen vergibt der 20-jährige Idealist als Hilfe zur Selbsthilfe Kleinstkredite an aidskranke Frauen in Kenia.


Andreas Propst ist ein kreativer Kopf mit einem großen sozialen Herz. Ungerechtigkeiten und Armut gehen ihm an die Nieren. Der Enzenkirchner belässt es nicht bei theoretischen Diskursen, er ist auch ein Mann der Praxis. Nach seinem Zivildienst im Pamingerhof in St. Ägidi - ein psychosoziales Betreuungsprojekt der Caritas - ließ der leidenschaftliche Zeichner (Homepage: http://ap.o-nan.org) die Pläne, auf die Kunstakademie zu gehen, sausen. Er entschied sich für das Studium Gesundheit und Soziales an der Fachhochschule Linz, wo er seit vier Semestern eifrig lernt. Andreas Propst will Sozialarbeiter werden.

Als im Vorjahr sein Studienkollege Thomas Kleindessner aus Reichraming von einem Praktikum in einem Kinderheim in Kenia zurückkehrte, kam zusätzlicher Schwung in das Leben des Enzenkirchner Studenten. Kleindessner berichtete von der Not der aidskranken Frauen und ihrer Kinder in der Stadt Emali, wo 80 Prozent der Menschen HIV-positiv sind, und stellte seinen „Sozialplan” für diese Frauen vor: Mikrokredite, mit denen sie eine Geschäftsidee verwirklichen und sich und ihre Familie ernähren können. Das Projekt nennt sich „Daraja” - zu Deutsch „Brücke”. „Als ich das gehört habe, war ich sofort begeistert und habe meine Mitarbeit zugesagt,” erzählt Andreas Propst. Neun Kolleginnen und Kollegen folgten seinem Beispiel. Andi ist in der elfköpfigen Gruppe vor allem für die englische Korrespondenz mit Kenia und die kreative Gestaltung von Werbemitteln zum Auftreiben von Spendengeldern zuständig.

So funktioniert „Daraja” (www.daraja.at): Aidskranke Frauen erhalten nach einem Arbeitstraining für eine sinnvolle Geschäftsidee Kleinstkredite von durchschnittlich umgerechnet 30 Euro mit sechsmonatiger Laufzeit. Und das funktioniert bestens. Die ersten 25 Kredite wurden im Oktober 2007 vergeben, im Februar 2008 waren alle zu 100 % zurückgezahlt. Muhammad Yunus, der 2006 für den Aufbau eines Mikrokreditsystems in Bangladesch den Friedensnobelpreis bekam, ist von „Daraja” begeistert. Für 2009 ist ein Besuch bei seinen „Kollegen” in Linz geplant. Das „Daraja”-Team ist für jede Spende dankbar (Sparkasse OÖ BLZ 20320, Kto-Nr.: 32104289701, „Entwicklungshilfe für Kenia”). „Das Geld fließt zu 100 Prozent in die Kredite,” verspricht Andreas Probst. Dem Wort des Sohnes einer Rot-Kreuz-Heimhelferin und eines Arbeiters darf man zu 100 Prozent vertrauen. Andi & Co sind wirklich kreditwürdig.