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Ehepaar aus Hartkirchen erlebte das Drama in Dalai Lamas Heimat
„Tibeter sind in ihrem Land Menschen zweiter Klasse“

Die Yaks bilden die Lebensgrundlage für die meisten Nomaden in Tibet.
Vor 57 Jahren ist die „Befreiungsarmee” Chinas in Tibet einmarschiert. Seither wird das buddhistische Reich des Dalai Lama, der 1959 ins Exil nach Indien flüchtete, von den Chinesen geknechtet. Die jüngsten Aufstände der tibetischen Mönche und ihrer Gefolgschaft sind der Aufschrei eines verzweifelten Volkes gegen die übermächtigen Besatzer. „Für China ist Tibet ein strategisch wichtiger Puffer zu Indien. Außerdem gibt es hier wertvolle Bodenschätze wie Gold,” sagt Rudolf Kaltenböck, der mit seiner Gattin im Vorjahr das Hochland bereist hat.
Das pensionierte Lehrerehepaar machte sich von Nepal aus auf den Weg zum 6.700 m hohen Berg Kailash in Westtibet. Er gilt den Buddhisten als der heiligste Berg der Welt. Seine Umrundung, Kora genannt, gehört zu den Höhepunkten im Leben jedes Tibeters. Die Kora ist 54 km lang. Normalerweise braucht man dafür drei Tage. „Viele Pilger werfen sich dabei immer wieder zu Boden, bis zu 30.000 Mal. Diese Menschen benötigen für die Umrundung des heiligen Berges vier bis sechs Wochen und sammeln dadurch Bonuspunkte für die Ewigkeit,” berichtet Rudolf Kaltenböck.
Obwohl Westtibet von Nomaden äußerst dünn besiedelt ist, spürt man auch hier die Allmacht der Unterdrücker. Kaltenböck: „Die Chinesen sind überall bemüht, den Tibetern das Leben zu erschweren und ihre Kultur zu zerstören. Auch wir wurden ab der nepalesischen Grenze auf Schritt und Tritt von einem chinesichen Aufpasser begleitet. So war es uns untersagt, Handymasten, Brücken oder gar militärische Lager zu fotografieren.”
Um den Tibetern die Reis zum heiligen Berg zu erschweren, wurde ihnen verboten, auf LKW-Ladeflächen mitzufahren, was meist das einzige erschwingliche Transportmittel wäre. Dass die Tibeter Menschen zweiter Klasse seien, bemerke man auch daran, wie die Chinesen am Dach der Welt mit ihren Jeeps ohne Rücksicht auf die in tiefster Armut lebenden Einheimischen herumpreschen. Johanna Kaltenböck: „Die Tibeter werden förmlich an die Wand gedrückt.” In Tibets Hauptstadt Lhasa leben mittlerweile 60.000 Tibeter und 300.000 Chinesen. Fast alle Geschäfte sind in chinesischer Hand. Ab der 2. Schulklasse wird nur noch chinesisch unterrichtet.

Die Kinder
in Westtibet
kämpfen
täglich
ums Überleben.

