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Oberösterreich ist 90 Jahre alt
Der Name „Oberösterreich“ wurde schon im 17. Jahrhundert verwendet und fand auch bereits vor 1918 neben der offfiziellen Bezeichnung „Erzherzogtum Österreich ob der Enns” gelegentlich Verwendung in amtlichen Schriftstücken. Erst 1918, nach dem Ende des 1. Weltkrieges und dem Untergang der Monarchie, wurde „Oberösterreich” als offizieller Name der Region festgelegt.
Eine exakte Datierung der Geburtsstunde ist allerdings schwierig. Der neue Name ist eher zizerlweise in die amtliche Sprachregelung eingeflossen. „Ein Schriftstück, in dem explizit auf die Einführung des Namens Bezug genommen wird, gibt es nicht,” bestätigt Dr. Josef Goldberger, Zeitgeschichtler im OÖ-Landesarchiv. Am ehesten kann nach Ansicht vieler Historiker wohl die erste Sitzung der Provisorischen Landesversammlung für Oberösterreich vom 18. November 1918 für das Geburtsdatum herangezogen werden. Es gab damals zwar keinen offiziellen Beschluss zur Namensänderung, doch ab diesem Zeitpunkt wird in allen Verordnungen und amtlichen Periodika wie selbstverständlich vom „Land Oberösterreich” geschrieben.
Im Landesgesetzblatt vom 22. Oktober 1918 über Höchstpreise für Zucker steht im Kopf noch „Österreich ob der Enns”, in der Folge ist aber schon von „Oberösterreich” die Rede. In einer Kundmachung vom 22. November 1918 über die Statutenänderung in der Brandschadenversicherung taucht erstmals nur noch der Name Oberösterreich auf.
Nach dem Anschluss Österreichs an das Nazi-Deutschland im März 1938 wurde 1939 aus Oberösterreich der Reichsgau Oberdonau. 1955 wurde das Land in seinen alten Grenzen wieder hergestellt.

